Helmut-von-Leipzig

Hellmut von Leipzig ist ein lebendiger Teil der Geschichte. Im Zweiten Weltkrieg war er der Fahrer von „Wüstenfuchs“ Rommel in Nordafrika und nach dem Krieg sowie nach Gefangenschaft im Bildungswesen sehr engagiert. Heute feiert der Johanniter-Ritter seien 90. Geburtstag.

Heute feiert Hellmut von Leipzig seinen 90. Geburtstag. Der ehemalige Gefechtsfahrer von General Rommel im Zweiten Weltkrieg wurde in Keetmanshoop geboren und lebt heute mit seiner Ehefrau auf einer Farm nahe Otavi.

Geboren in Keetmanshoop 1921, wuchs Hellmut von Leipzig als Farmerssohn mit zwei Brüdern im damaligen Südwestafrika auf. Zunächst wurde er von seiner Mutter unterrichtet und danach ging zu der Schule Gibeon. Mit 16 Jahren reiste von Leipzig zurück in das Heimatland seines Vaters und machte in Nürnberg eine Ausbildung zum Maschinenbaumechaniker. Mit Adolf Hitler an der Macht und dem Ausbruch des zweiten Weltkrieges im Jahr 1939 wurde der noch junge Kadett zum Militärdienst einberufen. Für Hellmut stand fest: Er will wieder zurück nach Afrika. „Und so meldete ich mich für das Afrika-Korps“, erzählt der Jubilar.

Im Oktober 1940 erreichte Hellmut von Leipzig als Unteroffizier den afrikanischen Kontinent. Bei den deutschen Truppen wollte er eigentlich als Flieger eingesetzt werden, doch wie das Schicksal es will, kam alles ganz anders. Im Januar 1941 wurde Erwin Rommel zum Generalleutnant befördert und zum 15. Februar desselben Jahres als Oberbefehlshaber der deutschen Truppen in Nordafrika ernannt. Nachdem der Gefechtsfahrer des Generals verletzt ausgefallen war und kein freiwilliger Ersatz zu finden war, wurde Hellmut von Leipzig kurzerhand zum neuen Fahrer befohlen.

Mit der Kapitulation in Afrika im März 1943, als Rommel seine Truppen nach Deutschland zurückzog, ging Unteroffizier von Leipzig an die Militärschule in Plattenburg und ließ sich zum Offizier ausbilden. „Danach wurde ich u.a. nach Griechenland und in östlichen Ländern stationiert, wo ich schließlich zum Kriegsende im Mai 1945 in russische Gefangenschaft kam“, erinnert sich von Leipzig. Hier verbrachte er rund zehn Jahre, bis er im Oktober 1955 nach Deutschland zurückkehrte. Hier lernte Hellmut von Leipzig seine heutige Ehefrau, die Lehrerin Sigrid, kennen. „Dann wollte ich meinen Bruder Gernot in Argentinien besuchen. Ich verabredete mich mit meiner Frau in Namibia“, sagte von Leipzig im Gespräch mit der AZ. Nach seinem Argentinien-Aufenthalt im Jahr 1956 reiste er dann über Kapstadt zurück nach Namibia.

Hier angekommen, versuchte der ausgebildete Maschinenbaumechaniker, ein Leben in Südwestafrika aufzubauen. Er begann seine Karriere als Farmverwalter einiger Farmen, bis er schließlich die Farm Dorka nahe Omitara erwarb. Heute besitzt der 90-Jährige noch immer das Landgut, wohnt allerdings seit 1962 auf der Farm Achalm in der Umgebung von Otavi. Von Leipzig engagierte sich seiner Zeit sehr für die Bildung in Namibia und war lange Vorstandsmitglied des Arbeits- und Fördergesellschaft der Schulvereine in Namibia (AGDS). In deren Auftrag gründete er 1986 den Deutschen Kulturrat (DKR) mit, dessen Vorsitzender er bis 1997 war. Zudem war er an der Bildung des Fördervereins des Schulvereins von Otavi beteiligt und auch in der politischen Partei DTA engagiert. Außerdem initiierte und baute von Leipzig 1989 als Ritter des Johanniter-Ordens das Johanniter-Schülerheim in Otavi, welches heute rund 100 Schulkinder in fünf Gebäuden beherbergt. Hellmut von Leipzig selbst hat sechs Kinder, die in Windhoek und Stellenbosch/Südafrika leben.

In Otavi und vielen anderen Orten im Land denkt man heute an den rüstigen Jubilar.

Von Clemens von Alten
Tipp von: „Wilm“ <zone-9…..>