Kopp Verlag: Krieg um Wasser: Südliche Nil-Anrainer rationieren Wasser des Lebensstromes und pusten damit Ägyptens Lebenslichter aus

Udo Ulfkotte : Niemals brechen Kriege völlig überraschend aus. Man muss nur die wirklich wichtigen Nachrichten analysieren, dann kann man ein wenig in die Zukunft blicken. Die wichtigste Nachricht für 83 Millionen Ägypter lautete in den vergangenen Wochen nicht etwa, dass Diktator Mubarak gestürzt wurde. Man kann mit oder ohne Diktator leben. Man kann ja auch mit oder ohne Öl leben. Aber man kann nicht ohne Wasser leben. Die südlichen Nil-Anrainer drehen den Ägyptern jetzt immer mehr das Wasser des Lebensstromes ab. Sechs Nil-Anrainer haben einen entsprechenden Vertrag geschlossen. Und Ägypten hat kein Veto-Recht. Das Leben entlang des Nils ist abhängig vom Wasser. Sobald das Wasser abgedreht wird, ist Krieg unausweichlich. Egal, ob mit Demokratie oder ohne.

 

Nach zehn Jahre währenden Verhandlungen haben sich sechs südliche Anrainer des Nils zusammengeschlossen: Burundi, Kenia, Tansania, Ruanda, Uganda und Äthiopien haben einen Vertrag über die Nutzung des Nil-Wassers ratifiziert. Diesem zufolge wird Sudan und Ägypten das Recht abgesprochen, ganz nach Belieben Wasser aus dem Nil zu entnehmen. Ägypten und Sudan beharren allerdings auf dem angeblichen »Recht«, 90 Prozent des Nil-Wassers für sich nutzen zu dürfen. Das interessiert die südlichen Nil-Anrainer jetzt nicht mehr, sie bauen Staudämme und wollen das Nil-Wasser für sich selbst nutzen, um Kraftwerke zu betreiben. Ägypten und Sudan werden dann erheblich weniger Wasser bekommen als bisher. Ägypten müsste die Turbinen am Assuan-Staudamm mangels Wasser abstellen. Mubarak hatte vor seinem Sturz mit Krieg gedroht, falls die Pläne verwirklicht würden. Das ging in den revolutionären Wirren bei westlichen Journalisten völlig unter.

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