Kopp Verlag: Der »Friedensvertrag« von Versailles gilt in den Augen politisch korrekter Geschichtswissenschaftler nicht als Grund für Hitlers Aufstieg, sonst könnte ja der Schluss gezogen werden, dass dessen Erfolg durch die unmenschlichen Bedingungen der Alliierten ermöglicht worden wäre, was die gängige Geschichtsschreibung auf den Kopf stellen würde – und doch spricht vieles dafür.

In dieser Folge: Adolf Hitler und Versailles – eine Analyse seiner Reden

Vorbemerkung:

Wir sind immer noch massiven Geschichtsverfälschungen ausgesetzt. Das gilt besonders für die Zeit zwischen 1914 und 1945 und speziell für das Dritte Reich. Überaus eifrig damit beschäftigt, uns die »Wahrheit« näher zu bringen, ist dabei der mit vielen Aufzeichnungen und Preisen geehrte Prof. Dr. Guido Knopp, der zwischenzeitlich fast alle Dokumentationen über die Zeit des Nationalsozialismus, die im öffentlich-rechtlichen Fernsehen ausgestrahlt werden, betreut. Aber auch seine Bücher sind überaus erfolgreich, obwohl sie für einen Historiker der wahre Albtraum sind: häufig keine Fußnoten, keine Quellenangaben und Zitate, die einfach so im Raum stehen. Nicht umsonst bemängeln Kritiker, dass die Knopp’sche Geschichtsdarstellung zu oberflächlich sei und die Zusammenhänge stark vereinfacht werden. Doch wie kaum ein anderer Historiker beeinflusst Knopp mit seinen Dokumentationen und Büchern die Meinung der Menschen. Zeit also, ihm und seinen Mainstream-Kollegen auf die Finger zu schauen und ihre Behauptungen unter die Lupe zu nehmen. In unregelmäßigen Abständen werde ich deshalb zu diesem Thema Contents veröffentlichen.

Ich agiere dabei als Journalist und fühle mich nichts anderem als der objektiven Recherche verpflichtet. Der Leser kann sich so ein eigenes Bild machen. Kritikern sei angeraten, nicht polemisch zu reagieren, sondern die angegebenen Quellen zu widerlegen.


Adolf Hitler und Versailles – eine Analyse seiner Reden

Adolf Hitler propagierte die nationale Befreiung unter dem Joch von Versailles durch Stärke und Einheit und machte von vornherein keine Wahlversprechen, die eine andere Politik verhießen (1). In seiner Rede am 13. April 1923 in München sagte er zum Versailler Vertrag:

»Der Vertrag sollte 20 Millionen Deutsche dem Tode weihen und die deutsche Nation zugrunde richten […] Unsere Bewegung stellte bei ihrer Begründung drei Forderungen auf:

1) Die Beseitigung des Friedensvertrages.

2) Die Einigung aller Deutschen.

3) Grund und Boden zur Ernährung unseres Volkes.« (2)

In einem offenen Brief an Heinrich Brüning am 25. Januar 1932 schrieb Hitler:

»Nicht ich, Herr Reichskanzler, habe jemals im Versailler Vertrag eine mögliche Basis für das Leben unseres Volkes oder das Gedeihen der Wirtschaft gesehen, aber die hinter Ihnen stehenden Parteien haben durch die Unterzeichnung dieses Vertrages seine Erfüllung zumindest als möglich vorgetäuscht. Derjenige, der als Erster in Deutschland in unzähligen Massenversammlungen gegen diesen Vertrag Stellung nahm, war, um ›geschichtlichen Verwechslungen vorzubeugen‹, ich, nicht Sie. Die unerbittliche Handhabung aber dieses Vertrages, die, wie Sie meinen, in den ersten fünf Jahren jeden deutschen Wiederaufbau zerstörte, wäre ganz unmöglich gewesen, wenn nicht gewisse ›deutsche‹ Parteien zu jeder Erpressung, Schmach und Schande ihre Zustimmung gegeben hätten.« (3)

So dachten viele im Volk. Aber die Nationalsozialisten wollten nicht nur die »einfachen« Menschen für ihre Ideen gewinnen, sondern auch das Militär. Hitler wusste nur zu gut, dass er ohne die Tolerierung oder bestenfalls Unterstützung der Wehrmacht später keine Chance haben würde, seine Politik durchzusetzen.

Quelle und weiter : kopp-verlag.de/hintergruende/zeitgeschichte/michael-grandt/adolf-hitler-geboren-in-versailles