GENERALFELDMARSCHALL ERWIN ROMMEL

* 15.11.1891 in Heidenheim/Württemberg + 14.10.1944 bei Herrlingen

„Der wohl berühmteste deutsche Soldat der Geschichte“

Die Persönlichkeit des Erwin Rommel ist wie kaum eine andere mit den bekanntesten Erfolgen der deutschen Militärgeschichte verbunden. Während seines Einsatzes in Nordafrika zum Synonym des Sieges geworden, verursachte seine bloße Anwesenheit beim Feind weiche Knie.

Rommel, Sohn eines Gymnasium-Professors, trat 1910 freiwillig ins Heer ein und kämpfte in der ersten Kriegsphase mit dem Infanterieregiment 124 an der Westfront. Nachdem er für Tapferkeit in den Argonnen das Eiserne Kreuz 1. Klasse erhalten hatte, wurde er als Kompaniekommandant im Württemberger Gebirgsjägerbataillon in Rumänien, im Westen und an der Italienfront eingesetzt. Am 25. Oktober 1917 konnte Oberleutnant Rommel die heftig verteidigte Höhe Monte Matajur erstürmen und über 8.000 italienische Gefangene einbringen, wofür er als einer der wenigen jungen Infanterieoffiziere des Krieges den Pour-le-Mérite (genannt Blauer Max) erhielt! 1919 wurde er aufgrund seiner erstklassigen Dienstakte als Hauptmann in das kleine Offizierskorps der Reichswehr übernommen.

Nachdem er lange Zeit eine Infanteriekompanie kommandiert hatte, wurde Major Rommel 1929 Taktiklehrer an der Infanterieschule Dresden. Nach weiterer Verwendung als Bataillonskommandeur befehligte er nacheinander die wichtigen Kriegsschulen in Potsdam und Wiener Neustadt.

1938 wurde Rommel schließlich zum Kommandanten des Führerhauptquartiers ernannt, was für seine erstklassigen führerischen und militärischen Qualitäten sprach.

Während des Polenfeldzuges wurde der zum Generalmajor beförderte Rommel mit der Aufstellung der neuen 7. Panzerdivision beauftragt.

An der Spitze dieses später legendären Verbandes fiel der schneidige Truppenführer und erstklassige Panzerstratege bereits während der ersten Phase des Frankreichfeldzuges an höchster Stelle positiv auf. Mit seinen Panzern im Mai 1940 bei Dinat über die Maas vorgedrungen, legte er innerhalb kürzester Zeit kämpfend über 500 Kilometer zurück, vernichtete dabei mehrere französische Divisionen und erreichte den La-Bassée-Kanal. In der zweiten Phase des Vormarsches überschritt die 7. PD die Somme, durchbrach die Weygandlinie und eroberte die Kanalhäfen Dieppe und Cherbourg. Bei einem Eigenverlust von 42 Panzern konnten 97.000(!) alliierte Soldaten gefangengenommen werden. Die von da an als „Gespensterdivision“ (weil offenbar überall gleichzeitig präsent) bekannte 7. Panzerdivision war die erfolgreichste Einheit des Kriegsjahres 1940! Ihr Kommandeur erhielt als einer der ersten Divisionskommandeure der Wehrmacht das Ritterkreuz sowie die Beförderung zum Generalleutnant. Der schneidige Kommandeur hatte sich stets in unmittelbarer Frontnähe aufgehalten und war am 21. Mai nur knapp einer Gefangennahme entronnen – dieser Tatsache wurde spätestens ab 1942 im britischen Oberkommando immer wieder schmerzlich nachgetrauert!

Im Februar 1941 wurde Rommel mit der Führung des „Sperrverbandes Afrika“ beauftragt und bereits kurz darauf mit den ersten Verbänden nach Libyen geschickt. Dort waren die italienischen Bundesgenossen wie üblich in militärische Bedrängnis gegenüber den Alliierten geraten und hatten dringend um Hilfe gebeten.

Als Rommels Ankunft in Afrika bekannt wurde, sagte sein erster Gegner, der britische General Sir Wavell:, „Ich habe gehört, er soll ein stürmischer Kerl sein.“ Wie recht er damit hatte, sollte Wavell schon bald merken.

Bereits in den ersten kleineren Gefechten gegen weit überlegene britische Truppen siegreich, schuf sich Rommel innerhalb weniger Monate durch seine listenreiche Taktik, die völlig an die örtlichen Gegebenheiten der Wüste angeglichen war, den Ruf eines unbesiegbaren Panzergenerals und einfallsreichen Taktikers.

So bereits unmittelbar nach seiner Ankunft in Tunis. Um die damals nur kleine Zahl seiner Panzer zu verschleiern, ließ er kurz nach der Landung selbstsicher eine Militärparade durch die Straßen von Tunis durchführen. Hierbei fuhren eine Handvoll Panzer eine Stunde lang unbemerkt immer wieder um denselben Häuserblock – vorbei an Rommel und tausenden beeindruckten Einwohnern der Stadt. Unter diesen auch ein britischer Agent, der am nächsten Tag prompt „mindestens tausend deutsche Panzer“ nach London meldete!

Bereits in Nordafrika, erhielt Rommel am 20. März 1941 für die Erfolge in Frankreich und Libyen das 2. Eichenlaub innerhalb des Heeres verliehen! In Folge blieb er bei El Agheila und in der Großen Syrte siegreich, überrannte die gesamte Cyrenaika, vertrieb die Briten aus Benghasi und kesselte im April 1941 Tobruk ein.

Im Juli wurde er zum General der Panzertruppe befördert. Bei Feind und Freund als „Wüstenfuchs“ bekannt, verblüffte er seine britischen Gegner immer wieder durch schnelle Panzeroffensiven und ideenreiche Kriegslisten. So waren gut getarnte, nächtliche Verlagerungen von ganzen Divisionen Rommels Spezialität – am Morgen nach solchen Aktionen griffen seine Panzer dann in Abschnitten an, die tags zuvor von der britischen Aufklärung noch als feindfrei bezeichnet worden waren! Eine weitere höchst effektive Taktik bestand darin, durch auf Lastwagen montierte Flugzeugmotoren riesige Staubwolken zu erzeugen, die dem Gegner große Fahrzeugbewegungen – wie z.B. angreifende Panzer – vorgaukelten! Berüchtigt waren auch Rommels Scheinanlagen – Dutzende aus Sperrholz gebaute Stützpunkte, Treibstofflager und Panzeransammlungen wurden in der Wüste errichtet.

Diese “hölzernen Luftburgen” wurden zu wunderbaren Fallen für die gegnerische Aufklärung.

Beim Gegner gefürchtet waren auch Rommels berüchtigte „Teufelsgärten“. Diese Minengürtel, verstärkt mit Stacheldraht, Stolperdrähten, Panzersperren und Laufgräben waren der schlimmste Feind der britischen Infanterie.

Bei einer seiner zahlreichen Erkundungsfahrten mit seinem Adjutanten geriet der General einmal unbeabsichtigt hinter die feindlichen Linien. Als er auf ein neuseeländisches Feldlazarett stieß, stieg er aus dem Wagen, schnappte sich den verdutzten Oberarzt und ließ sich selbstsicher durch die Zelte führen. Anschließend fuhr er wieder hinter die eigenen Linien zurück – ja, das war Erwin Rommel!

Als GFM Kesselring – um Rommels Sicherheit besorgt – dem Adjutanten des Wüstenfuchses befahl, dafür zu sorgen, dass er sich vom Kampfgeschehen fernhalte, entgegnete dieser „…wie soll ich das machen? Man kann ihn nun mal nicht anbinden.“

Nachdem er in den vergangenen Monaten wiederholt britische Gegenoffensiven abgewehrt hatte, bei Sollum und am Hafaya-Pass siegreich geblieben war, zwang ihn die britische Gegenoffensive „Crusrader“ im November 1941 erstmals zum Rückzug – Rommel musste seine durch die langen Kämpfe geschwächten Truppen weit zurücknehmen und stand im Jänner 1942 wieder in jenem Gebiet, in dem elf Monate zuvor der Afrikafeldzug begonnen hatte!

Im selben Monat versuchten die Briten, den gefährlichen Truppenführer endgültig auszuschalten. Doch das Spezialkommando (Long Range Desert Group) das auf ihn angesetzt war, fand nur noch sein leeres Hauptquartier vor und wurde von der Wachmannschaft empfangen. Rommel war wenige Tage zuvor mit seinem Stab umgezogen!

Im Gegensatz zum Oberkommando des Heeres, in dem man die Köpfe hängen ließ und sich lieber mit den Erfolgen im Osten befasste, gab Rommel nicht auf und organisierte voller Energie die Neuaufstellung seiner Panzerarmee. Durch einen fähigen Stab (Oberst Bayerlein) und die nun viel kürzere Nachschubstrecke konnte bereits am 23. Jänner nach Eindämmung der britischen Großoffensive ein umfassender Gegenangriff in Gang gebracht werden! Hierbei überrannten Rommels Afrikatruppen die irischen Garderegimenter und kesselten bei Antelat-Saunu die 1. britische Panzerdivision ein!

Rommel erhielt am 20. Jänner als erster(!) Offizier des Heeres die Schwerter zum Ritterkreuz mit Eichenlaub und zehn Tage darauf bereits die Beförderung zum Generaloberst!

Rommels Truppen überrumpelten das überraschte britische Oberkommando, durchschnitten die Hauptkampflinie und eroberten durch pausenlose Offensiven das gesamte verlorengegangene Gebiet zurück! Im Mai blieb das DAK bei Gazala und kurz darauf bei Marsa Matruh siegreich – am 21. Juni 1942 wehte die deutsche Flagge über der Festung Tobruk. Erwin Rommel wurde mit 51 Jahren zum jüngsten Generalfeldmarschall der Wehrmacht befördert, nachdem er vier Jahre zuvor noch Oberst gewesen war!!

Wenige Tage später überquerten seine Panzerspitzen, gefeiert von deutschen Zeitungen, die ägyptische Grenze und bedrohten den Suezkanal. Die Offensivpläne gegen Kairo waren bereits festgelegt.

In wenigen Monaten hatte der Wüstenexperte mehrere britische Generalskarrieren zerstört sowie der 8. britischen Armee schwere materielle, personelle und moralische Niederlagen beschert. Dem wohl populärsten deutschen General des Krieges umgab bereits eine Art mystischer Nebel, der sich auf seine Untergebenen als auch seine Gegner übertrug. Der Name Rommel war unter britischen Offizieren zum Schreckbegriff geworden, dies veranlasste den britischen Oberbefehlshaber in Nordafrika einmal sogar zu einem maßregelnden Tagesbefehl! Premierminister Churchill sorgte seinerseits für politische Unruhe, als er in einer Rede im Unterhaus die britischen Fehlschläge verteidigte – „schließlich kämpfe man gegen Rommel“.

Die Blitzkarriere des Feldmarschalls hatte jedoch leider auch Neider in den eigenen Reihen zur Folge – so waren viele altgediente Generäle und Truppenführer „eifersüchtig“ bzw. mit seinen schnellen Beförderungen nicht einverstanden. Der altgediente Generalfeldmarschall von Rundstedt soll ihn einmal sogar als einen „nur überbewerteten Divisionskommandeur“ bezeichnet haben.

Als Erwin Rommel und sein Afrikakorps am Zenit des Erfolges standen, wendete sich das Blatt erneut. Durch die monatelangen Kämpfe und die erneut schwierige Nachschubsituation an den Rand ihrer Reserven gebracht, traf eine am 23. Oktober 1942 gestartete britische Gegenoffensive bei El Alamein die deutschen Truppen wie ein Blitz. Unter dem Kommando von General Bernhard Montgomery griffen 160.000 Mann und mehr als 1.000 Panzer die deutschen Stellungen an und überrollten sie nach schweren Gefechten entlang der gesamten Frontlinie.

Die nur 50 Kilometer breite El-Alamein-Front war von Montgomery als Schauplatz einer Defensivschlacht perfekt gewählt. In diesem schmalen Frontabschnitt, einerseits durch das Mittelmeer und anderseits durch die unwegsame Quatara-Senke begrenzt, würde Rommel zu keiner seiner gefürchteten Panzer-Umfassungen ansetzen können! Zehntausende Minen würden den unausweichlichen Frontalangriff stoppen. Und auch der Zeitpunkt der Schlacht war, wahrscheinlich aber zufällig, gut gewählt. Denn Rommel befand sich in den ersten kritischen Tagen nicht bei seinen Truppen, sondern zufällig bei einer Lagebesprechung in Berlin!

Durch den ausbleibenden Nachschub, das Desinteresse des Oberkommandos in Berlin und die vielfache Überlegenheit der Alliierten in der Luft und am Boden wurden die deutschen Truppen schließlich nicht nur aus Ägypten, sondern auch aus Libyen herausgetrieben. Trotz vereinzelter Defensiverfolge erreichten die britisch-französischen Truppen im Februar 1943 die tunesische Grenze, wo Montgomery die auf 80.000 Mann zusammengeschrumpfte Panzerarmee Afrika, später in Heeresgruppe Afrika umbenannt, zusammen mit den in Marokko gelandeten Amerikanern entlang der Küste einkesseln konnte.

Die Tatsache, dass dies den weit überlegenen Briten nicht bereits während des 1.500 Kilometer(!) langen deutschen Rückzuges entlang der libyschen Küste gelungen war, ist die bis heute am meisten verkannte taktische Leistung Erwin Rommels.

Diesen meisterhaften Rückzug hatte er übrigens gegen einen ausdrücklichen Befehl Hitlers durchgeführt, welcher auf das Ausharren in Libyen bestanden hatte – auch auf die Gefahr einer totalen Vernichtung des DAK!

Diese Entscheidung bedeutete den endgültigen Bruch zwischen Hitler und seinem einstigen Lieblingsgeneral – Rommel hatte erkannt, dass dem Oberbefehlshaber das Schicksal der Afrikatruppe völlig egal war.

Am 11. März 1943 erhielt Rommel für seine Verdienste in Nordafrika als erster von insgesamt 12 Heeresoffizieren die Brillanten zum Ritterkreuz mit Eichenlaub und Schwertern. Knapp einen Monat später wurde er jedoch auf Hitlers Befehl aus dem Kessel ausgeflogen. Am 12. Mai 1943 kapitulierten die letzten deutschen Verbände bei Tunis. Obwohl Rommel den Afrikafeldzug verloren hatte, blieb er vor der Geschichte immer der unschlagbare Wüstenfuchs.

Insgesamt hatten die Achsenmächte in Afrika 7.600 Flugzeuge, 6.200 Geschütze, 2.550 Panzer, 40.000 Tote und über 250.000 Gefangene eingebüßt!

Da er in Afrika nicht immer mit den Italienern harmoniert hatte, wurde Rommel in Folge nicht – wie zeitweise vorgesehen – zum Oberbefehlshaber der Italienfront ernannt, sondern nach Frankreich versetzt.

1943/44 als Oberbefehlshaber der Heeresgruppe B mit der Sicherung des Atlantikwalls gegen die erwartete alliierte Invasion beauftragt, zeigte Rommel sein großes Talent als Organisator und Defensivstratege.

Obwohl Frankreich durch die schweren Kämpfe im Osten nur als nachrangiges Nachschubziel angesehen wurde, verstand es Rommel mit primitiven und unzureichenden Mitteln die anfangs brüchigen Küstenbefestigungen stellenweise zu echten Bollwerken zu machen. Diese Maßnahmen griffen jedoch kaum, da die Alliierten in großem Maße überlegen waren und sich der Generalstab West unter GFM von Rundstedt auf keinen einheitlichen Defensivplan einigen konnte. Als die Alliierten am 6. Juni 1944 in der Normandie landeten, war Rommel trotz der seinerseits langen Vorbereitungsphase von dieser Landezone völlig überrascht und nicht darauf eingestellt!

Seine Heeresgruppe trat – durch unangebrachte Befehle des OKW zusätzlich behindert – gegen einen personell, moralisch und materiell weit überlegenen Gegner an.

Wie in Afrika stand GFM Rommel hier erneut dem britischen Feldmarschall Montgomery gegenüber. Zusätzlich hatte Rommel im Sommer 1944 noch weitere Sorgen…

Bereits gegen Ende des Jahres 1943 von Mitgliedern des militärischen Widerstandes um Graf Schenk von Stauffenberg auf einen geplanten Putschversuch angesprochen, hielt Rommel zum Zeitpunkt des Bombenanschlages auf Hitler am 20. Juli 1944* engen Kontakt zu den Verschwörern. Im Erfolgsfall war er als möglicher Oberbefehlshaber des Heeres vorgesehen. Wie viele hohe Generäle der Wehrmacht war auch er zu der Ansicht gekommen, dass der Krieg nicht mehr zu gewinnen war und Hitler dies nie einsehen würde. Rommels Einfluss zog einige prominente Offiziere in das Einflussgebiet des Widerstandes, so auch den hochdekorierten SS-General und NSDAP-Gefolgsmann der ersten Stunde „Sepp“ Dietrich!

Doch wenige Tage vor dem Anschlag wurde Rommel während einer frontnahen Inspektionsfahrt bei einem Tieffliegerangriff auf seinen Wagen schwer verwundet! Kuriose Tatsache – der kleine französische Ort des Geschehens trug ausgerechnet den Namen St. Foy de Mongtommery!

Nur durch die rasche und selbstlose Hilfe eines zufällig anwesenden französischen Landarztes überlebte der Wüstenfuchs den Angriff. Rommels Ausfall hatte auf den Verlauf der auf der Kippe stehenden Invasionsschlacht, aber auch auf den Putschverlauf, einen oft verkannten negativen Einfluss!??????

Als von Stauffenbergs Bombe in der Wolfsschanze explodierte und den Führer nur knapp verfehlte, lag Rommel in einem Militärkrankenhaus fest. Im Zuge der blutigen Säuberungsaktion der Gestapo geriet auch er durch erpresste Foltergeständnisse einiger Mitwisser in dringenden Verdacht.

Am 14. Oktober 1944, drei Monate nach dem missglückten Bombenanschlag, suchten zwei Generäle Rommel in seinem Privathaus in Herrlingen auf und teilten ihm im Auftrag Hitlers die bevorstehende Anklage wegen Hochverrates mit. Als Alternative hatten sie eine Dosis Gift mitgebracht. Um seiner Familie die Sippenhaft zu ersparen, entschied sich der begnadete Soldat für den Freitod. Dem deutschen Volk wurde vorgeheuchelt, der hochdekorierte Feldmarschall sei den Folgen seiner Verwundung erlegen, ein falscher Totenschein war schnell ausgestellt.

Erst Jahre nach Kriegsende erfuhr Deutschland von den wahren Geschehnissen.

1961 stellte die Bundeswehr zu Ehren des populären Heerführers die „Erwin-Rommel-Kaserne“ in Augustdorf bei Detmold in Dienst. Sogar die Bundesmarine ehrte den Truppenführer mit der Benennung eines Lenkwaffenzerstörers. Innerhalb des Heeres werden bei Manövern bzw. Vergleichskämpfen besonders hervorstechende Panzerverbände auch heute noch mit dem begehrten „Rommel-Preis“ ausgezeichnet.
Quelle Text Auszug: ro-panzerdivision.de


ZUM 60. TODESTAG: Es sind 60 Jahre vergangen, seit Rommel am Samstag, den 14. Oktober 1944 gezwungen wurde das Gift zu schlucken, das seinem 53jährigen Leben ein jähes Ende gesetzt hat. Die begrüßenden Worte wird unser Ehrenvorsitzender Georg Richter sprechen. Zum Gedenken wird dann der Kommandierende General des II. (Ge/US) Korps, Generalmajor Jan Oerding seine sehr persönlichen Worte an die diesmal wohl besonders zahlreichen Teilnehmer richten. Wir „Afrikaner“ alle haben dem hohen Bundeswehroffizier, der sich spontan zur Verfügung gestellt hat, in hohem Maße zu danken. Hat er doch auch entschieden, dass außer einer Ehrenwache und dem Trompeter, der das Solo intoniert: „Ich hatt’ einen Kameraden“ diesmal das ganze Heeresmusikkorps 10 teilnimmt, dirigiert von Oberstleutnant Bruckhaus. Es wird zum feierlichen Abschluss die Nationalhymne spielen. Die Predigt, nach der Ansprache von Generalmajor Oerding, hält der Bundeswehr-Dekan Renovanz.
Die gesamte Organisationsleitung liegt in den wie immer bewährten Händen unseres Kameraden Helmut Cramer aus Biberach. Und dies hat er selbstverständlich trotz seiner äußerst schweren Erkrankung übernommen. Dafür gebührt ihm unser aller Achtung.
Doch was geschah an diesem Samstag, im Oktober vor 60 Jahren, in dem württembergischen Städtchen Herrlingen?
Der Verband hat es nicht nötig eine „schlechte Geschichte“ zu schreiben, denn er kennt die Wahrheit und scheut sich nicht, sie auch auszusprechen.
Der bekanntlich am 17. Juli 1944* bei einer Dienstfahrt an der Invasionsfront durch einen Tieffliegerangriff der Briten schwer verwundete Erwin Rommel wohnte mit seiner Familie, seiner Frau Lucie und dem Sohn Manfred, in einem schönen Haus Herrlingens. Dort sah er seiner Genesung entgegen, wenn auch die Art seiner Verwundung so ernst war, dass irgendeine Wiederaufnahme seines militärischen Dienstes nicht mehr denkbar gewesen wäre. Am Tag zuvor hatte er mit seiner Frau nach langer Zeit wieder einen großen Ausflug unternommen, der beide bis in den Allgäu führte. Als das Ehepaar abends heimkehrte, empfing Rommel eine schwerwiegende Nachricht. General Burgdorf, Chef des Heerespersonalamtes hatte angerufen mit der Ankündigung, er werde am darauffolgenden Samstag zwischen 12.00 und 13.00 Uhr in Herrlingen zu einer wichtigen Besprechung eintreffen in Begleitung eines weiteren Herren. Ohne es sich nach außen merken zu lassen, ahnte Rommel Schlimmstes.
Als am Vormittag des Samstag sein Sohn Manfred, der damals in jüngstem Alter schon Dienst bei der Heimatflak tat, im elterlichen Hause zum Wochenende eintraf, nahm ihn sein Vater beiseite und sagte, wie Manfred berichtet: „Vielleicht bin ich heute abend schon tot!“ Diese furchtbare Ahnung sollte den fast 53jährigen Marschall nicht getrogen haben.
Dann lief das entsetzliche Geschehen wie ein Uhrwerk ab:
Pünktlich um 12.00 Uhr erschien General Burgdorf in Begleitung des Generals Maisel im Hause Rommel. Nach einer förmlichen Begrüßung, die beiden Herren behielten ihre Mäntel an, und nachdem sich Lucie Rommel sofort zurückgezogen hatte, erklärte Burgdorf, er habe den Auftrag des „Führers“ Adolf Hitler, Rommel wegen seiner Beteiligung an den Vorbereitungen des Attentats vom 20. Juli aufzusuchen. Aus einem zweiseitigen Protokoll verlas dann Burgdorf mehrere Aussagen inzwischen verhafteter Widerständler, die Rommel schwer belasteten. Unmittelbar darauf stellte ihn General Burgdorf vor die Wahl: Selbstmord oder Verhandlung vor dem Volksgerichtshof! Rommel ging erregt im Zimmer auf und ab und erklärte dann: „Ich werde die Konsequenzen ziehen!“ Maisel verließ nun den Raum und Burgdorf sprach unter vier Augen zum Feldmarschall, dass er im Falle der Entscheidung für einen „Selbstmord“ eine Kapsel Zyankali bei sich habe, mit der Rommel sich das Leben nehmen könne. Geschehe dies, so werde seine Familie nicht verfolgt, könne im Hause weiter wohnen bleiben und Rommel werde „in allen Ehren“ beigesetzt. Rommel hatte sich entschieden, er bat sich von Frau und Sohn verabschieden zu dürfen. Zu seiner Frau, die sich in einem Zimmer des ersten Stocks aufhielt, sagte er, eigentlich schon abwesend: „In einer Viertelstunde bin ich tot!“ Danach so berichtet sein Adjutant, Hauptmann Aldinger, ging der Marschall im Erdgeschoß auf ihn zu und sprach, fast tonlos: „Aldinger, jetzt ist das Ende da…“ und weiter: „…Ich fühle mich unschuldig, ich bin nicht beteiligt an dem Attentat. Ich habe in meinem ganzen Leben dem Vaterland gedient und das Beste getan. Grüßen Sie mir mein schwäbisches Volk und besonders meine lieben alten Gebirgler…“ Als letztes nahm er seinen Feldmarschallstab, drückte seinem Sohn die Schlüssel in die Hand und ging zum Wagen der Generale. Er setzte sich hinten rechts in den Fond des Mercedes neben Burgdorf. Maisel saß schon neben dem Fahrer Doose, einem Angehörigen der SS. Ohne daß Rommel sich noch einmal umwandte fuhren sie los. Nach etwa einem Kilometer hatte man die letzten Häuser Herrlingens hinter sich gelassen und hielt neben einem kleinen Waldstück. Burgdorf forderte General Maisel und den Fahrer auf, den Wagen zu verlassen und dem Feldweg folgend, ein Stück Weges in Richtung des nächsten Dorfes Wipplingen zu gehen, er werde sie dann zurückrufen.
Schon nach wenigen Minuten geschah dies. Beide sahen Rommel in sich zusammengesunken leblos hinten im Wagen sitzend. Seine Mütze war heruntergeglitten. Mit hoher Geschwindigkeit ging es dann nach Ulm und zu dem dortigen Lazarett in der Wagnerschule. Die Leiche wurde in den Operationssaal getragen, wo der dort Dienst tuende Stabsarzt den Tod Rommels feststellen sollte. Burgdorf erklärte, Rommel habe auf der Fahrt eine Herzattacke erlitten. Burgdorf fuhr darauf unverzüglich zum Stadtkommandanten von Ulm und meldete telefonisch an Marschall Keitel den Vollzug seines Auftrags.
Den Totenschein ließ man, zwangsweise, mit dem erlogenen Text ausfüllen: „Herzschlag als Folge eines im Westen erlittenen Dienstunfalls“.
Die Täuschung wurde konsequent fortgeführt und am 18. Oktober 1944 fand der teuflisch inszenierte Trauerakt im Ulmer Rathaus statt. Über dem auf einer Geschützlafette angefahrenen Sarg lag die Reichskriegsflagge, der Marschallstab sowie Helm und Degen. Auf einem großen Ordenskissen waren die ehrenden Insignien von Rommels irdischem Ruhm ausgebreitet.
Frau Lucie Rommel und Sohn Manfred, die ja alles wußten, saßen mit zu Stein erstarrten Mienen in der ersten Reihe. Vor sechs Jahrzehnten endete so das Schicksal unseres Oberbefehlshabers, des für uns alle unvergessenen Generalfeldmarschall Erwin Rommel.
Zur Erinnerung habe ich den Ablauf des Geschehens nur in kürzester Form schildern können. Sehr vieles mußte, obwohl mir in allen Einzelheiten durch Zeugen bekannt, ungesagt bleiben. Wir „Afrikaner“ brauchen uns nicht an einer „schlechten Geschichte“ zu orientieren. Von dieser gibt es heute und hierzulande genug. Wir bleiben bei der Wahrheit der Ereignisse, denn wir wissen, wer wir sind!
Hans-Günther Stark

Quelle Text:  afrika-korps.de/verband

(*) guter Leserkommentar zum 20.07.1944

Rommel wurde vom deutschen Verrat ganz gezielt als Mitwisser um das Attentat vom 20.07.44 aufgebaut, damit er von der Aufklärung beim umfangreichen Verrat in der Normandie für immer ausgeschlossen werden konnte. Zu wichtigen Lagebesprechungen von der Invasion wurde er gar nicht mehr eingeladen. Und dann schickte man ihn möglichst weit weg, nämlich nach Hause, um dort an einer Familienfeier teilnehmen zu können. Damit hatten die Kollaborateure in der Wehrmacht freie Hand. Warum Rommel seinen Stützpunkt verließ, ist mir bis heute schleierhaft; denn daß den Allierten im Juni 44 an nur drei Tagen der Angriff gelingen konnte, daß wußte auch Rommel. Erst Monate später waren Ebbe und Flut wieder so hoch, daß die Landungsboote die Normandieküste erreichen konnten. Gut, wenn man Rommel nicht mit dem 20.07.44 in Verbindung gebracht hätte, dann wäre sein Name in der BRDDR tabu.
Roggenmuhe