oder: vergleichbare Fehlerscheinungen auf höherem Niveau

Berlin, 24. 01. 2011
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Bedeutsames  Redaktionsbeitrag „les Art“

Die von Herrn Michael Gorbatschow ausgelöste Perestroika in Russland führte zur Auflösung der UDSSR und des kommunistischen Imperiums. Aus der historischen Logik und Erkenntnis heraus, daß Diktaturen sich nicht aus sich selbst heraus demokratisieren lassen.

Die Beschreibung von Herrn Michael Gorbatschow nun in seinem Erklärungswerk „Perestroika – die zweite russische Revolution“ aus dem Jahre 1987 an die Welt als Brücke der geistigen Öffnung und Anerkennung der Weltverantwortung für die Menschheit schlecht hin, umfasst zwei wesentliche Bereiche.

Der erste Bereich, der sich auch in der Einleitung seiner Ausführung als Willenserklärung widerspiegelt und der zweite Bereich, der sich im wesentlichen mit den Ursachen und Folgen der Entwicklung der Sowjetunion selbst beschäftigt und den daraus resultierenden Bewertungen für die Welt und deren Perspektiven für die Zukunftsgestaltungen.

So schreibt Herr Michael Gorbatschow in der Einführung:

„Gewiß, wir brauchen für einen Fortschritt im Innern normal internationale Bedingungen. Aber wir wollen darüber hinaus eine Welt ohne Krieg, ohne Rüstungswettlauf, ohne Atomwaffen und Gewalt, und zwar nicht deshalb, weil sie eine optimale Voraussetzung für unsere innere Entwicklung wäre, sondern weil sie ein objektives, globales Erfordernis ist, das sich aus den realen Gegebenheiten unser Gegenwart herleitet.“

Weiter schreibt er:

„Die Rüstungsspirale erschwert im Zusammenhang mit den militärischen und politischen Realitäten in der Welt und den beharrlichen aufrechterhaltenen Traditionen voratomaren, politischen Denkens die Zusammenarbeit unter den Ländern und den Völkern. Diese aber – darin sind sich Ost und West einig – ist unverzichtbar, wenn sich die Nationen der Welt eine intakte Umwelt erhalten, die praktische Nutzung und Reproduktion ihrer Ressourcen sichern und, als Folge davon, als menschliche Wesen unter menschenwürdigen Bedingungen überleben wollen.

Die Welt hat sich verändert; sie ist nicht mehr, wie sie einmal war, und ihre neuen Probleme können deshalb nicht mehr auf der Grundlage eines Denkens angepackt werden, das uns aus vergangenen Jahrhunderten überkommen ist. Können wir weiter an der Auffassung festhalten, Krieg sei die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln?“

Als Schlußabsatz schreibt Herr Michael Gorbatschow:

„Wir sind weit davon entfernt, unseren Weg für den einzig richtigen zu halten. Wir haben kein Universalrezept, aber wir sind bereit, mit den Vereinigten Staaten und anderen Ländern ernsthaft und ehrlich zusammenzuarbeiten und nach Antworten auf alle Fragen zu suchen, auch auf die schwierigsten“

Gewiß, die UDSSR ist gescheitert und die visionäre Vorstellung, Utopie und der sie steuernde Idealismus von Herrn Gorbatschow, zu glauben, nun von oben eine „zweite russische Revolution“ anschieben und steuern zu können, nun einen wahrhaftigen Sozialismus zu erreichen, hat sich als das herausgestellt, was erwartet werden durfte, diese Hoffnung ist gescheitert.

Russland in seiner alten Struktur ist zerfallen und das russische Reich, das sich die Zaren über Jahrhunderte zurecht erobert haben und von den „roten Zaren“ Fortsetzung erfuhren, mussten nun mit dem Anschub der Menschlichkeit, des Anspornes der Achtung auch fremder Nationen und deren Wünschen und Eigenarten, die von Herrn Michael Gorbatschow ausdrücklich Bestätigung erfuhren, wenn auch sicherlich anders gemeint als dann gekommen, nun praktisch als Selbstläufer, die Sowjetunion auflösen.

Was sich nicht geändert hat sind die Probleme, denen sich Herr Michael Gorbatschow verschreiben hat und wofür er angetreten ist, die Welt in neue Bahnen zu lenken. In Bahnen, die die Verantwortung als Anerkenntnis der Großmächte, einst der USA und UDSSR, für die Menschheit schlecht hin, tragen.

Was sich heute geändert hat, sind die Zentren der Welt, die nun über diese Themen herrschen und befinden.

Das heutige Russland findet gerade zur alten Machtstellung und Bedeutung zurück. Durch diesen Wechsel, gewinn Russland sogar an Bedeutung. Und die Signale der Generation, die heute Russland umgestalten, entstammen der Schule und dem Denken des Michael Gorbatschows und die Einleitung von Herrn Michael Gorbatschow, ist nach wie vor gültig.

Was sich an der Politik von Herrn Putin zeigt, wie seiner Nachfolger. An der Vision Putin, an der Bestrebung einer neuen Sicherheitsordnung für Russland und Europa unter Einbeziehung der USA, an den Vorstellungen einer offenen Wirtschaftszone von Gibraltar bis Wladiwostok und vielem mehr.

Das Erkennen von Weltverantwortung zur Erhaltung der Menschheit, hat nicht gelitten. Was wir jedoch zu beobachten glauben ist der traurige Umstand, daß die Machtstrukturen der USA dieses offensichtlich nicht in der Weise begriffen haben, wie es zu begreifen wäre. Und so Chancen und Möglichkeiten verpassen, ihre Stellung zu erhalten und der Weltlage entsprechend anzupassen. Aber auch mit dem Hinweis von Herrn Michael Gorbatschow, die USA haben viele Dinge vorzuweisen, die eben nicht den Vorstellungen Russlands entsprechen. Und hier hilft nur der Dialog.

Der missionarische Eifer der USA, nun der Welt ihren Stempel von Lebensart und Freiheitsvorstellung aufzudrücken, ist da eher kontraproduktiv denn hilfreich für die Welt und die sich wandelnden Probleme dieser Welt. Vielleicht sollten sich die Verantwortlichen der USA doch noch einmal mit den Grundlagen „Perestroika“, hier speziell dem Gedankengerüst von Herrn Michael Gorbatschow beschäftigen. Denn diese Grundlagen sind nach wie vor gültig.

Auch wenn heute die Macht der USA gebrochen ist und im Ausklingen befindlich. Umso mehr besteht die Notwendigkeit, daß Europa nun sich seiner alten Stärke besinnt und Verantwortung übernimmt. Verantwortung des anderen Weges aus der eigenen Leiderfahrung heraus und des neuen Weges nach dem zweiten Weltkriege, das soviel Hoffnung und Vorbild für die Welt abgeben könnte. Denn die Welt (……………………)