Spreelichter: Rezension: Das Ende der Geduld (17.01.11)

Wir erinnern uns: Im Sommer 2010 erscheint das Buch der Berliner Jugendrichterin Kirsten Heisig. “Das Ende der Geduld” prangert die bestehende Praxis im Umgang mit jugendlichen Straftätern an. Doch noch vier Wochen vor Verkaufsstart des Buches stirbt die Autorin. Die Umstände sind bis heute nicht zufriedenstellend geklärt, wahrscheinlich aber ist, dass der Selbstmord durch Erhängen, der bereits gut zwei Stunden nach Auffinden von Heisigs Leiche durch Justizsenatorin von der Aue vor der Presse verkündet wird, das Ergebnis halbherziger oder gar manipulierter Ermittlungen ist.

Doch was ist so brisant an diesem Buch? Eines gleich vorweg: Die Autorin selbst bezeichnet es als höchstes persönliches Glück, 1961 als Frau in der Bundesrepublik geboren worden zu sein und dadurch in „Frieden, Freiheit und Gleichheit“ die allerbesten Entwicklungsmöglichkeiten im welthistorischen Vergleich vorgefunden zu haben. Die Bundesrepublik im heute gültigen Selbstverständnis ist ihr dadurch zum unantastbaren Absolutum geworden. Das merkt man bei der Lektüre des Buches, und das macht es ihr unmöglich, sinnvolle Lösungsansätze aufzuzeigen.Doch der Reihe nach: Zunächst stellt die Autorin typische Fälle junger Straftäter dar, verknüpft die Probleme des Elternhauses wie Arbeitslosigkeit, Alkohol und häusliche Gewalt mit den kriminellen Karrieren der Sprösslinge. So sehr diese Konsequenzen auch stimmen mögen, so falsch mutet bereits hier der Grundansatz an: Liegt es zwingend an Arbeitslosigkeit, Alkohol und häuslicher Gewalt, dass die Menschen so werden, wie sie später mediale Aufmerksamkeit erlangen, oder liegt es zwingend an den Menschen selbst, ja in den Menschen selbst, dass sie ein derartiges Leben fristen und – quasi als natürliche Fortentwicklung – kriminell werden? Die Erforschung der Zusammenhänge zwischen Intellekt und Erbgut, zwischen Verhalten und Vererbung, ist ein Tabu. Und deshalb stößt es bereits hier bitter auf, dass die Autorin, die sich den Mut auf die Fahne schrieb, tabuisierte Dinge anzusprechen, die Chance verpasst, auch solche Tabus zu durchbrechen.

Nun wagt Heisig erstmals die Heranziehung statistischer Zahlen. Doch noch ist es – auch aus demokratischer Sicht – harmlos, was sich aus den über viele Seiten zitierten und aus der Presse bekannten Zahlen ableiten lässt: Jugendliche Gewalttäter werden immer jünger und immer brutaler. Es folgt die Verbindungen von Jugendkriminalität mit verrohender Rap-Musik, mit Gewaltcomputerspielen. So bilden die ersten 60 Seiten des Buches eher Gemeinplätze ab.

Dann wird es plötzlich interessant: Die Autorin beschreibt, wie ein „mutiger Richterkollege“ einen 19-jährigen Rechten wegen Sachbeschädigung – er zerstörte unter Alkoholeinfluss die Scheibe eines indischen Restaurants und schoss mit einer Pistole in die leeren Räumlichkeiten – zu einer Freiheitsstrafe vom 10 Monaten ohne Bewährung nach Erwachsenenstrafrecht verurteilte. Seit dem sei die „rechte Gewalt“ im betreffenden Ort kein Problem mehr, das Urteil habe abgeschreckt. Im Vergleich dazu kritisiert Heisig die lasche Vorgehensweise gegen Linke und Straftäter mit Migrationshintergrund.

Auf Seite 72 beginnt dann endlich das, was die demokratischen Medien zum Kochen brachte – es und das geht weiter so bis Seite 154. (Nicht nur junge) Araber und Türken werden als Mörder, Vergewaltiger, Räuber, Schläger, Diebe, kurzum als Kriminelle jeglicher Couleur dargestellt.

Der Mythos „staatenloser Palästinenser“ wird erklärt: Es seien keine Verfolgten, sondern Araber aus den Grenzgebieten zur Türkei, aus Syrien, aus dem Libanon oder anderen Staaten. Vom Libanon bekamen sie Anfang der 1960er Jahre Papiere, die nach einem Jahr ihre Gültigkeit verloren, wodurch die Inhaber faktisch nur zu Ausreise, nicht aber zur Wiederkehr berechtigt waren. So stiegen sie ins Flugzeug und wurden in der BRD fortan geduldet, bis Ende der 1980er Jahre diese Altfälle geklärt wurden, indem man ein dauerhaftes Bleiberecht statuierte. 40% dieser Araber und ihrer Nachkommen waren im Jahre 2003 bereits eingebürgert und damit Deutsche im Sinne der BRD.

Diese Familien seien in Bremen/Bremerhaven, im Ruhrgebiet und in Berlin konzentriert und durchweg kriminell. Offiziell lebten sie alle von Arbeitslosengeld II und Kindergeld, doch führten sie einen aufwendigen Lebensstil, der durch hunderte Straftaten pro Familie und Jahr finanziert würde. Die jüngsten Nachkommen müssten in den Schulen nur sagen, zu welcher Familie sie gehörten, schon würden Lehrer und Jugendamtsmitarbeiter um ihr Leben fürchten und alle Klassenkameraden den 10-jährigen Erbkriminellen freiwillig Getränke, Stifte, Hefte und Geld überlassen.

Damit in Verbindung steht die „Schleusung“ möglichst junger und damit strafunmündiger Araber. Diese würden in ihren Heimatländern angeworben, in Deutschland stiegen sie ohne Papiere aus dem Flugzeug und berichteten dem Zoll nach immer gleichem Schema, Waisen und Verfolgte zu sein, die hier um Asyl ansuchten. Sodann kämen sie in Heime, wo sie jederzeit ein- und ausgehen dürften. Nach wenigen Tagen verließen sie diese Heime Richtung Berlin, Ruhrgebiet oder Bremen/Bremerhaven, wo sie fortan Drogen verkauften, um ihre Schleusung abzuzahlen. Da sie in den Heimen einen festen Wohnsitz vorzuweisen hätten, würde gegen sie auch dann, wenn sie das 14. Lebensjahr vollendet hätten und damit strafmündig seien, meist kein Haftbefehl erlassen, wenn sie bei kriminellen Handlungen ertappt wurden.

Auf Seite 100 eine erste Zwischenbilanz: Heisig fordert gegen Linke und gegen Migranten ein ebenso hartes Vorgehen wie gegen Rechte.

Auf den folgenden Seiten beschreibt sie, wie sich die vorwiegend arabischen und türkischen Jugendlichen der Schule entzögen, wie respektlos sie gegenüber sämtlichen staatlichen Institutionen agierten und dass sie zunehmend antisemitisch orientiert seien. Deutsche seien die Freunde der Juden, daher seien auch die Deutschen Feinde, die man vergasen müsse; überhaupt seien die Araber bald in der Überzahl, dann werde vieles anders – so der Tenor auf vielen Schulhöfen. Aufsässigkeit und Gewalt gegen deutsche Lehrer und vor allem Lehrerinnen seien die Folge. Deutsche Mädchen würden als Freiwild angesehen, die man niemals heiraten dürfte, da sie zu verdorben, aber die zur Auslebung sexueller Triebe auch gegen ihren Willen bestens geeignet seien.

Nicht nur die bekannte Rütli-Schule, sondern 68 (!) Berliner Schulen hätten solche Zustände in offenen Briefen angeprangert, seien aber medial und politisch ignoriert worden. Auch gelingt Frau Heisig der Hinweis, dass die Polizei mehr Geld bekommen müsse, da statistisch rückläufige Straftaten nur deshalb erfasst würden, weil immer weniger Beamte in den Straßen unterwegs seien, die selbst Straftaten bemerkten und anzeigten.

Den wundesten Punkt der Demokraten trifft Heisig ab Seite 125. So rechnet sie vor, dass der Berliner Bezirk Neukölln pro Jahr einen Etat von 593 Millionen Euro habe. Davon würden 383 Millionen Euro für Transferleistungen (Hartz IV und Kindergeld) an Migranten ausgegeben. Personal der Verwaltung und Sachmittel kosteten 133 Millionen Euro, Betriebszuschüsse für Kitas 72 Millionen Euro. Damit gebe allein der Berliner Bezirk Neukölln über 99% seines Haushalts – knapp 600 Millionen Euro – faktisch für Migranten aus; Zahlen, die sich niemand vorstellen kann.
Gezahlt von jenen, die täglich zur Arbeit gehen, die für die oft weiten Wege zu dieser Arbeit horrende Steuern auf Kraftstoff leisten müssen – kurzum, gezahlt von Deutschen, die von den Begünstigten als schwach und feige angesehen werden.

Schwach und feige – wundert diese Ansicht, wenn fünf Polizisten einen jungen Straftäter festnehmen wollen, aber durch 30 Familienangehörige davon überzeugt werden, es doch lieber zu lassen und unverrichteter Dinge das Feld zu räumen? Wenn 15-jährige Vergewaltiger sagen, im Libanon hätten sie das nicht gemacht, denn dort hätte man ihnen dafür den … abgeschnitten?
Wohl kaum, und so darf sich auch niemand wundern, dass sich die Betreffenden in solch ein Moral- und Wertesystem nicht integrieren wollen.

Über lasche Bestrafungen wie die Freizeitarbeit in Werkstätten, wo junge Straftäter dann ihre eigenen Fahrräder reparieren dürften, über private Projekte, die auf Staatskosten junge Straftäter erfolglos therapieren, aber Fortschritte vermelden, um am Steuertropf zu bleiben, berichtet Frau Heisig zumindest noch. Doch ansonsten wundert sie sich.

Sie will die Integration. Notfalls sollten Kinder den Familien entzogen, Pflegern unterstellt und dann viele Jahre in geschlossenen staatlichen Einrichtungen erzogen und gebildet werden. So, wie es mit Gewalttätern schon hervorragend funktioniere, wenn ein einziger Therapeut sich 45 Stunden mit ihm befasse – mit Kosten pro Fall in Höhe von 2.000 Euro.

Jedem, der das Buch liest, drängen sich Fragen auf: Warum müssen wir all dies erdulden und bezahlen? Warum werden nicht einfach alle Migranten, die von Staatsgeldern leben oder kriminell aufgefallen sind, für immer des Landes verwiesen? Warum wird nicht sofort jede staatliche Zahlung an Fremde eingestellt, wenn die Staatsfinanzen knapp werden?
Was nützen uns Deutschen die Migranten? Was haben wir davon, dass sie ihre schmutzigen Gelder in Imbissbuden, Obstläden und Internet-Cafés waschen, die dann als Dank acht Jahre von der Gewerbesteuer befreit sind und nach diesen acht Jahren vom nächsten Bruder, Cousin, Neffen oder Passverwandten übernommen werden?
Wie wenig sind uns unsere Kinder wert, wenn wir zulassen, dass man sie beschimpft, beklaut, verprügelt und vergewaltigt?

Die Antwort lautet häufig, die Fremden müssten dem demografischen Wandel hierzulande entgegenwirken. Das tun sie sicherlich – doch zu welchem Nutzen?
Die Probleme, die den Demokraten beim Thema „demografischer Wandel“ in den Sinn kommen, sind rein finanzieller Art.
Doch gerade hier geht ihr Konzept nicht auf: Aus zwei Hartz-IV-Migranten werden sechs, aus sechs werden 30, aus 30 werden 100. Und die Sozialkassen werden um neue Bezieher, nicht aber um Einzahler bereichert.

Frau Heisig hat die BRD verinnerlicht. Sie vermag nicht zu erkennen, dass importierte Menschen keine Hohlkörper sind, die man bloß mit deutscher Kultur und deutscher Sprache zu befüllen braucht, um aus ihnen Deutsche zu machen.
Das, wozu diese Fremden sich in Jahrtausenden entwickelt haben, wird ein deutscher Erzieher auch in Jahrhunderten nicht ändern – denn es liegt in ihren Genen.
Die vorgeschlagenen Erziehungseinrichtungen sind deshalb zum Scheitern verurteilt, ganz so, wie die sowjetischen Experimente zur Milieutheorie gescheitert sind.

Man gelangt zu der bitteren Erkenntnis, dass Frau Heisig vieles erkannt und vieles zu Recht kritisiert, den Kern des Thema aber nicht erfasst hat, weil auch sie einem verhängnisvollen Denkverbot unterliegt. Jeder aber, der für seine Kinder und damit für sich selbst eine Zukunft als deutscher Mensch will, fragt sich: Warum muss um jeden Preis das Fremde integriert werden? Warum wird das Experiment nicht als gescheitert abgebrochen und das viele Geld endlich für eine Familienpolitik ausgegeben, die den Fortbestand der echten Deutschen sichert?

Ein kleines Rechenbeispiel: Mit den Neuköllner 600 Millionen Euro könnte man jedes Jahr 120 deutschen Familien ein Ehestandsdarlehen in Höhe von 50.000 Euro geben. Für jedes aus dieser Ehe geborene Kind könnte man der Familie davon 10.000 Euro erlassen. So würden in wenigen Jahren aus 120 Deutschen 720 Deutsche.
Solche Ehestandsdarlehen könnten nach einem Leistungsprinzip vergeben werden, sodass nur Leistungsstarke in deren Genuss kämen. Die Folge wären Kinder mit besten Erbanlagen! Kinder, die wie die Eltern motiviert wären, selbst größtmögliche Leistungen für die Gemeinschaft zu erbringen, zunächst allein aus finanziellem Interesse.

Solche Prämissen bestehen schließlich heute schon, man muss den Deutschen folglich keinen theoretischen Werteunterricht verpassen, um sie in einen geistigen Hochzustand von vor 100 Jahren zu versetzen – vor allem intellektuellen Gut muss zuerst die Volkssubstanz bewahrt werden, die solches Gut lange hervorzubringen fähig war und auch in Zukunft dazu fähig sein soll. Das wird nur mit deutschen Menschen gelingen.
Doch das werden Menschen, denen das Deutsche am deutschen Staate nur die Sprache zu sein scheint, niemals verstehen.

Das Buch von Kirsten Heisig ist dennoch ein interessanter Abendfüller. Für die 200 Seiten benötigt man drei bis vier Stunden, die sich schon deshalb lohnen, weil die Fülle an statistischen Zahlen und Vergleichen gutes und aktuelles Argumentationsmaterial liefert.
Welche Schlüsse zu ziehen sind, bleibt jedem selbst überlassen – und gerade das machte das Buch für die Demokraten und für Frau Heisig, die sich sicher als eine von ihnen verstand, so gefährlich.

Quelle: Spreelichter.info 17.01.11