Gnadenlos? GEAB N°51 ist angekommen! Die umfassende weltweite Krise – 2011: Das Jahr, das keine Gnade kennt / An der Gabelung von drei Wegen in das weltweite Chaos

Mit dieser 51. Ausgabe des GEAB feiert der Global Anticipation Bulletin seinen fünften Geburtstag. Im Januar 2006 schrieb LEAP in der ersten Ausgabe des GEAB, dass wir am Beginn einer Epoche von vier bis sieben Jahren stünden, die vom Sturz der Dollarmauer geprägt wäre. Als geschichtliches Ereignis wäre dies so schwerwiegend wie der Fall der Berliner Mauer, der das Ende des Ostblocks und der Sowjetunion einleitete. Heute, in dieser 51. Ausgabe des GEAB, die unsere 32 Vorhersagen für das Jahr 2011 enthält, werden wir darlegen, warum wir glauben, dass 2011 das Jahr sein wird, in dem die Weichen für den Fall der Dollarmauer gestellt werden. Dieser Prozess dürfte sich über einen Zeitraum von drei Jahren hinziehen, also bis 2013 gehen. Dieses Jahr wird ein schlimmes Jahr werden, weil nun die Welt von Gestern untergeht (1).

Seit September 2008 ist allen klar, dass diese Krise in der Tat umfassend und global ist. Dennoch haben sich die USA und in ihrem Windschatten ihre westlichen Verbündeten damit zufrieden gegeben, an den Symptomen herumzudoktern und die Risse des Systems zu übertünchen. So blieb verborgen, wie weitgehend die Ursachen der Krise die Grundlagen des gegenwärtigen internationalen Systems zerstört haben. 2011 wird nach unserer Auffassung das Jahr sein, in dem die staatlichen Maßnahmen, die nur die oberflächlichen Folgen der Krise beheben konnten, ihre Wirkung verlieren. Dann wird die Krise wieder ihre volle Kraft entfalten können, und offensichtlich werden, wie weit der Zerfall der Welt – und öffentlichen Ordnung in den letzten Jahren fortschreiten konnte (2).

Daher gehen wir gehen davon aus, dass 2011 geprägt sein wird von einer Reihe brutaler Schocks, die die unzureichenden Schutzmechanismen gegen die Krise, die seit 2008 eingerichtet wurden (3), zerschlagen werden. Diese Schocks werden nach und nach die Fundamente wegbrechen, auf denen seit Jahren die Dollarmauer ruht. Nur die Länder, Gebietskörperschaften, Organisationen und Privatpersonen, die in den letzten drei Jahren die Schlussfolgerungen aus der Krise gezogen haben und die Konzeptionen, Ziele, Werte und Gewohnheiten der Welt von Gestern abgelegt haben, werden dieses Jahr unbeschadet überstehen. Die anderen werden in einer Abfolge von finanziellen, währungspolitischen, wirtschaftlichen, politischen und sozialen Problemen, mit denen das Jahr 2011 uns konfrontieren wird, beträchtlichen Schaden erleiden.

Da wir also davon ausgehen, dass 2011 insgesamt das chaotischste Jahr seit 2006, dem Jahr, in dem wir unsere Arbeiten über die Krise begannen, sein wird, haben wir uns für diese 51. Ausgabe auf unsere 32 Vorhersagen für das Jahr 2011 konzentriert, in die diesmal auch unsere Empfehlungen, wie man sich am besten gegen die Folgen der uns bevorstehenden Schocks wappnen kann, eingearbeitet sind. Diese Ausgabe des GEAB bietet damit sozusagen eine Wegbeschreibung durch die finanziellen, währungspolitischen, politischen wirtschaftlichen und sozialen Schocks der nächsten zwölf Monate.

Unsere Auffassung von 2011 als das schrecklichste Jahr seit des Beginns unserer Arbeiten zur Antizipation der umfassenden Krise gründet sich auf die Annahme, dass in diesem Jahr die Welt vor einer Weggabelung steht, von der drei Wege abgehen, die aber alle in das weltweite Chaos führen. Statt die Ursachen der Krise zu beheben, hat die internationale Gemeinschaft seit 2008 mit Bankenrettung und Konjunkturplänen nichts anderes gemacht, als Anlauf zu nehmen, um nun mit vollem Schwung in das Chaos springen zu können.

Ein machtloses internationales System

Den ersten Weg, den die Krise nehmen kann, um die Welt in Chaos zu stürzen, ist das Auftreten eines brutalen, unvorhersehbaren Schocks. Das internationale System ist inzwischen in einem so jämmerlichen Zustand, dass es in jeder Art von Katastrophe größeren Ausmaßes zusammenbrechen kann (4). Wer dies für eine übertriebene Aussage hält, sollte einfach den Blick nach Haiti wenden, wo die internationale Gemeinschaft seit nunmehr einem Jahr sich unfähig zeigt, dem Land effizient beim Wiederaufbau zu helfen (5); oder in die USA, wo die USA in sechs Jahren seit dem Wirbelsturm Katrina unfähig waren, die Stadt wieder aufzubauen. Dafur, Elfenbeinküste, Israel und Palästina – nirgendwo kann die internationale Gemeinschaft dauerhafte Lösungen durchsetzen. Die Nato kann die Taliban nicht besiegen, der VN-Sicherheitsrat die Korea- und Irankrise nicht lösen. Der Westen vermag nicht, den Libanon zu stabilisieren, der G20 nicht, die weltweite Krise zu lösen, in der sich zu den finanziellen und wirtschaftlichen Problemen auch noch die unzureichende Ernährungssicherheit gesellt hat. Wo immer auch die Ursachen einer Katastrophe liegen, ob im Klima oder bei den Menschen, das internationale System ist ohnmächtig, die Probleme zu lösen oder wenigstens die Folgen zu mindern.

Quelle und weiter: beyondmainstream.de.tl/GEAP