seite3.ch: So wurden wir 2010 verarscht. Das Ende des Irak Krieges
Barack Obama hat wenig von dem gehalten, was er versprochen hat. Das Versprechen, den Irak Krieg zu beenden, wollte er unbedingt halten und erklärte den Irak Krieg im August für beendet. Der teuerste US-Krieg seit dem 2. Weltkrieg ist aber keineswegs vorbei. Es halten nach wie vor fast 60’000 US-Soldaten und geschätzte 200’000 Privatsöldner das Land besetzt. Bei diesem illegalen, schrecklichen Krieg starben rund eine Million Menschen.
Vor unseren Augen fand das wohl grösste Kriegsverbrechen in diesem Jahrtausend statt und die Welt hat einfach weggeschaut. Sogar Pentagon Chef Robert Gates hat zugegeben, dass die Gründe für die Irak Invasion aus der Luft gegriffen waren. Bei diesem „kleinen Irrtum“ starben mehr als eine Million Menschen. Und viele mehr werden an den Folgen des Krieges und dem massiven Einsatz von Nuklear-Waffen noch sterben.
Wenn die Gründe, weshalb die USA im Irak einmarschiert sind, aus der Luft gegriffen waren, ist der „Präventivkrieg“ nichts anderes als der grösste Massenmord in der amerikanischen Geschichte. Dieser Meinung ist auch Staatsanwalt Vincent Bugliosi, der eine Strafverfolgung von George W. Bush wegen mehrfachen Mordes fordert und in seinem Buch „The Prosecution of George W. Bush“ eine Anklageschrift veröffentlichte. Fast vier Billionen Dollar (4’000 Mia. Dollar) hat der Irak Krieg bis jetzt gekostet. Auf diese gigantische Summe kommen die amerikanischen Ökonomen Joseph Stiglitz und Linda Blimes, die sämtliche Kosten, also auch die Kriegsnebenkosten berechneten. Wo die Milliarden im Sand versickerten, zeigen folgende Zahlen.

Schon vor zwei Jahren zog die Frankfurter Allgemeine Zeitung nach fünf Jahren Irak Krieg Bilanz. Und kam dabei auf ernüchternde Zahlen: 400’000 Dollar kostet jeder US-Soldat im Jahr, noch höher ist der Lohn eines Söldners im Irak. Wie die New York Times berichtet, steigt die Anzahl der Privatsöldner im Irak um 7’000 Mann an, nachdem die US-Armee den Irak offiziell verlassen hat. Der „Frieden“ im Irak ist also ein Bombengeschäft für Unternehmen wie Blackwater, die für jeden Söldner 1’000 Dollar Sold bekommen, ohne Ausrüstung, Verpflegung etc. wohlgemerkt.

Auch Quellen wie „The Brookings Institution Irak-Index“ liefern Zahlen, die jeden Taschenrechner sprengen, vor allem jene Zahlen, die einem wirklich staunen lassen. Zum Beispiel, dass 2004 neun Milliarden Dollar für den Wiederaufbau einfach verschwanden. Genauso wie Ersatzteile im Wert von einer halben Milliarde Franken – in einem Jahr.

Vermisst werden auch Traktoranhänger, Bergungsfahrzeuge, Maschinengewehre, Raketen, Granaten und sonstige Ausrüstungen im Wert von einer Milliarde Dollar. Das ist aber noch gar nichts im Vergleich zu den 10 Milliarden Dollar, die ganz einfach mit Fehlprojekten verschwendet wurden.

Am allerbesten verdiente aber zweifelsfrei Dick Cheneys Halliburton am Krieg. So bekam das Unternehmen von Anfang an quasi einen Blanko-Scheck, den sie mit vielen Nullen hinter dem Komma füllten. So bekam das Unternehmen über 20 Milliarden Dollar für Lebensmittel, Brennstoffe, Wohnraum und andere Produkte. Doch das Pentagon hielt die Höhe des Betrages für unangemessen und forderte gerichtlich 1,4 Milliarden Dollar zurück. Eigentlich stufte das Pentagon insgesamt 3,2 Milliarden Dollar als fragwürdig ein.

Im März 2010 waren noch 65 000 US-Soldaten im Irak stationiert, alle anderen Länder waren aus dem Irak bereits abgezogen. Nach dem „Kriegsende“ im August sind es noch plus/minus 56’000 verbleibende US-Soldaten. Im Irak Krieg fielen 4 416 US Soldaten, davon waren 98 Prozent männlich und die allermeisten unter 25 Jahre alt. Es fielen auch 316 Briten.

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