Kopp Verlag: Es wird immer verrückter: Wirtschaft fordert staatlichen »Elternführerschein«

Eva Herman: Die Versuche, Kinder als geeignetes »Humankapital« für die globalisierte Gesellschaft bereitzustellen, nehmen immer krassere Züge an. Deutsche Wirtschaftsverbände fordern jetzt einen staatlichen Führerschein für alle Eltern, deren Kinder in die Grundschule kommen. Damit die Kleinen dann Verlässlichkeit, Pünktlichkeit und gute Manieren lernen.
Ab der Grundschule? Wo leben diese Leute eigentlich? Haben die schon ein einziges Mal raus ins Leben geschaut? Dann hätten sie vielleicht mitbekommen, dass der Zug längst abgefahren ist, wenn die Kinder erst in die Grundschule kommen.

Sind es mehr als hilflose Versuche, ein letztes Aufbäumen vielleicht, um die Katastrophe noch abzuwenden? Dafür stehen die Zeichen allerdings schlecht, oder, anders ausgedrückt: Es dürfte bereits zu spät sein. Für eine ganze Generation. Denn, das stimmt schon: Wir sind gerade im Begriff, gesellschaftlich vor die Wand zu fahren.  Quelle und weiter: