BERLIN/DUBLIN (Eigener Bericht) – Unter dem Eindruck drohender Staatsbankrotte in Portugal und Spanien spitzt sich die deutsche Diskussion um einen Ausstieg aus der europäischen Währung zu. Die Frage, „was der Erhalt des Euro kosten darf“, sei „zu einer der schwierigsten Güterabwägungen geworden, die je eine Bundesregierung zu treffen hatte“, urteilen Beobachter. „Sowohl der Erhalt als auch der Zerfall der Gemeinschaftswährung“ könnten gleichermaßen „zu sehr hohen Verlusten führen“. Dabei dränge die Zeit, schreiben Wirtschaftskommentatoren: „Wir müssen uns der Debatte stellen. Jetzt.“
Im Gespräch ist neben dem Aufbau einer einheitlichen EU-Wirtschaftsregierung und der Rückkehr zu nationalen Währungen eine Aufteilung der Währung in einen starken (Nordeuropa) und einen schwachen (Südeuropa) Euro. Der faktische Ausschluss der schwächsten Länder Südeuropas wird ebenfalls diskutiert. Insgesamt sei die aktuelle Entwicklung „kaum mehr planbar durch die Politik“, warnt ein Ökonom von der Universität der Bundeswehr in Hamburg. Selbst ein ungesteuerter „chaotischer Zerfall“ des Eurosystems sei durchaus möglich.
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