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Aus dem dunklen Sklavenschlaf der Gegenwart
durch opfervollen, blutigen Kampf
erringen wir eine neue, eine goldene Zukunft!

Ein kleiner Vortrag (24.11.2010)

In diesem Jahr habe ich kaum Vorträge gehalten. Zum Ausgleich stelle ich diesen Text hier ein, das Manuskript zu einem Vortrag in kleiner Runde, gehalten am 20. November in Kist. Themen waren das allgemeine Weltgeschehen und ein Ausblick auf die bevorstehende Währungsumstellung. Falls Sie den Vortrag gehört haben sollten: Ich habe die Antworten zu ein paar Fragen aus dem Publikum mit eingearbeitet, denn im Gegensatz zu Ihnen können die Leser ja nicht dazwischenfragen.

Grüß Gott, meine Damen und Herren!

Danke für Ihre Einladung und das Vertrauen, ausgerechnet mir zuhören zu wollen, bei meinem Ruf als moderne Kassandra.

Sie haben die Nummer bestimmt schon im Zirkus gesehen, sie heißt: Chinesischer Tellerjongleur. Dabei geht es darum, einen Teller auf einem rotierenden Stab zu balancieren. Der Artist bringt immer mehr Teller zum tanzen, sechs, acht, zehn Teller, am Ende tanzt eine ganze Wand von Stäben und Tellern. Das ist ein schöner Trick, weil das Publikum deutlich sieht, wie ein Teller zu wackeln beginnt. Der Jongleur eilt hinzu, rüttelt am Stab und bringt den Teller wieder auf Touren. Bei der Nummer kommt es auf Geschick und Ausdauer an; Geschick, damit der Teller auf der Stange tanzt, und Ausdauer, weil der Artist von Stab zu Stab springen muß, wenn ein Teller zu wackeln beginnt. Schließlich wird es zu viel, der erste Teller fällt zu Boden. Das ist zumeist das Ende der Nummer, theatralisch fällt ein Teller nach dem anderen.

Die Teller sind aus Porzellan, also wunderbar weiß. Was hindert uns daran, auf dieser weißen Fläche etwas zu schreiben? Mit einem schönen dicken Permanent-Marker, damit man es gut lesen kann. Schreiben wir auf den einen Teller doch… Goldpreis. Auf den nächsten Griechenland, dann Irland, Portugal, Italien, Spanien. Euro wäre ebenfalls eine gute Aufschrift, folglich auch Dollar, Yen und Yuan. DAX und Dow Jones sind auch gute Aufschriften, Iran und Nordkorea, auch Israel ist uns einen Teller wert…

Damit sind wir in der ganz großen Manege angekommen, in der Weltpolitik. Für Spannung bei dieser Vorführung sorgen wackelnde Teller, die abzustürzen drohen, die der Jongleur gerade noch rettet. Allzu lange sollte ihm das jedoch nicht gelingen, denn nach einer halben Stunde würde die Vorführung langweilig. Auf deren Höhepunkt müssen die Teller fallen. Es geht nur darum, wie lange der Jongleur das hinauszögert. Noch ein bißchen – und ja, noch ein bißchen länger, aber bitte nicht ständig. Wir, die Zuschauer, wissen das. Wir wissen, es wird geschehen, aber wir lassen uns mit wohligem Schauer hinhalten.

Der DAX jagt auf neue Höhen, ein Herr Brüderle redet vom neuen Wirtschaftswunder und Frau von der Leyen verkündet einen Beschäftigungsboom für über 60jährige. Wackeln die Teller oder wackeln sie nicht? Die Nachrichten sprechen von einer goldenen Zukunft…

Nur eine Minute später erfahren wir, daß die Schulden Griechenlands noch weitaus höher sind, als zunächst vermutet. Griechenland muß sparen, sparen, sparen. Irland schrammt am Rande des Staatsbankrotts, die EU spannt einen Rettungsschirm auf, gibt jedem Iren 22.500 Euro. Bei den Banken sind Kredite in Höhe von einer halben Billion Euro im Feuer. Billion – wir sprechen von 500 Milliarden! Gewöhnen wir uns an solche Zahlen.

In der fernen Vergangenheit, es gab noch die D-Mark, da kostete eine Straßensanierung schon mal 50.000 Mark, ein Neubau 250.000 Mark, und wenn es richtig teuer wurde, 800.000 Mark. Dann begann die Zeit der Millionen. Eine Schule kostete 5 Millionen, eine Umgehungsstraße 20 Millionen, die Erweiterung einer Universität 400 Millionen. Heute geht es bei Bauwerken um Milliarden. Ob Autobahn oder Bahnhof, ob Flughafen oder Klinikum, unter ein paar Milliarden geht gar nichts mehr. Im Finanzwesen sind wir schon weiter, da brauchen die Banken gleich Billionen.

Ich habe lange geschrieben, die deutschen Staatsschulden betrügen 1,6 Billionen, da habe ich immer aufgerundet. Dann habe ich 1,7 Billionen geschrieben, ein bißchen zögerlich, weil ich mich an die 1,6 so gewöhnt habe. An die 1,7 habe ich mich nicht gewöhnen dürfen, viel zu schnell wurden 1,94 Billionen gemeldet. Vermutlich steht inzwischen schon irgendwo die Zwei. Nun, unsere amerikanischen Freunde haben bereits die 13 stehen, mit stark steigender Tendenz.

Wie kann man sich eine Billion vorstellen? Ein Lichtstrahl umrundet in einer Sekunde die Erde 7½mal, er schafft es in nicht einmal drei Sekunden zum Mond und zurück. Tick – das Licht erreicht den Mond – Tack – es ist wieder bei uns. Bis zu Voyager, dem weitesten von Menschen ausgesandten Objekt, benötigt das Licht 12½ Stunden. Für eine Billion Kilometer ist das Licht 900mal so lange unterwegs, volle fünf Wochen. Eine Ein-Euro-Münze wiegt 7,5 Gramm, um Merkels Staatsschulden zu transportieren, benötigen Sie 582.000 Sattelschlepper, die stehen Stoßstange an Stoßstange in neun Reihen zwischen Hamburg und München. Zu Beginn des Jahres 2009 hatte das Autobahnnetz in Deutschland eine Länge von 12.600 Kilometern – mit ein bißchen Rangierabstand würden diese Sattelschlepper eine Fahrspur auf allen Autobahnen zugleich zuparken.

Auf einem der Teller habe ich „Wert des Euro“ geschrieben. Sie – und auch ich – haben diesen Euro in der Tasche. Welchen Wert hat ein solcher Euro? Wenn Sie einen Blick auf eine Speisekarte werfen, können Sie sagen, wie viel Bier Sie in einer Gaststätte für einen Euro bekommen. Das ist der aktuelle Wert des Euro…

Das hier ist ein Maria Theresia Taler – der braucht seinen Gastauftritt, den zeige ich bei jedem Vortrag vor. Dieser Taler hat einen inneren Wert von 23,389 Gramm Silber, also eine Dreiviertel Unze. Silber… Sein Wert vor 2.000 Jahren, unter dem römischen Kaiser Augustus, hätte 5½ Denare betragen, 22 Sesterzen – und in 2.000 wird er immer noch so viel wert sein, wie das Silber, aus dem er geprägt wurde.

Welchen Wert hat nun ein Euro? Die Ein-Euro-Münze enthält Kupfer, Nickel und Zinn, sie ist also nicht völlig wertlos. Ob Ihnen Augustus dafür etwas gegeben hätte? Ich weiß es nicht. Allerdings haben Sie Ihr Geld nicht als Ein-Euro-Münzen herumliegen, Sie verfügen über Scheine, ein Girokonto, ein Sparbuch… viel Geld steckt folglich in einer Form ohne inneren Wert.

1913 hatte eine Mark einen inneren Wert von 358 Milligramm Gold. Zehn Jahre später betrug der innere Wert derselben Mark 358 Femtogramm, etwa eine Billion Atome Gold… Ja, in diesen kleinen Einheiten mußten wir damals rechnen, als eine Billion Mark zu einer einzigen Rentenmark wurden.

Merken brauchen Sie sich das nicht, es genügt, wenn Sie im Kopf behalten, daß es verdammt gefährlich für Ihre Ersparnisse wird, wenn die Billionen im Raum stehen.

Jetzt müssen wir spekulieren, oder meinetwegen würfeln. Ich habe früher gerne gesagt, daß es dann und dann soweit sei, und daß genau das passieren würde. Das aber setzt voraus, daß die Spieler sich rational und regelkonform verhalten. Tun sie das nicht, gehen die Vorhersagen in die Irre. Widersinnige und betrügerische Züge zögern das Spielende hinaus, sie sorgen dafür, daß die Teller ein wenig länger auf den Stangen tanzen.

Die von den Feinden Deutschlands vielgeliebte Bundeskanzlerin bekommt demnächst die Freiheitsmedaille, die höchste zivile Auszeichnung der USA. Sie hat sich folglich um die USA große Verdienste erworben. Merkel-Deutschland stützt den Euro, Merkel-Deutschland stützt die EUdSSR, nur dank deutscher Schaffenskraft funktioniert noch die Europäische Union der Glühbirnenverbieter und Gurkenradiusberechner. Die Bundeswehr ist von der Personalstärke und dem Waffenbestand nicht mehr in der Lage, dieses Land zu verteidigen, trotzdem führen wir Amerikas Kriege in Afghanistan und vor Somalia, wir stehen in Bosnien und beschützen natürlich Israel vor der Küste des Libanon.

Laut der Leyen-Ministerin haben wir weniger als drei Millionen Arbeitslose, aber trotzdem beziehen 6,6 Millionen Menschen Hartz IV. 70 Prozent der Sozialhilfebezieher haben den ach so großartigen Migrationshintergrund, trotzdem behaupten interessierte Kreise, daß wir noch viel mehr Zuwanderer brauchen, um unsere Wirtschaft zu erhalten. Qualifizierte Leute wandern aus Deutschland aus, sie wandern nicht zu. Wir reden von „demographischen Problemen“, vom ausbleibenden deutschen Nachwuchs, trotzdem darf weiterhin großzügig abgetrieben werden. Dabei könnten wir das Kindergeld verdreifachen und jeder Mutter Zeit ihres Lebens eine Leibrente bezahlen – unter der Voraussetzung, daß es diese Leistungen nur und ausschließlich für Deutsche gibt.

Unser Bundespräsident erklärt, daß der Islam zu Deutschland gehöre, wie das Judentum und das Christentum. Das aber ist eine Sonntagspredigt, was ihr durchaus keine Wahrheit zuspricht. An den Wochentagen gehört zu Deutschland die ewige Schuld, die „Verbrechen“ der Wehrmacht, der Nationalsozialismus und 367 Holograus-Gedenktage im Jahr. „Germany must perish“ – das war der Titel eines netten kleinen Büchleins, das 1941 in den USA veröffentlicht worden ist. Diesen schönen Titel könnten wir jedoch sofort als Leitmotiv der „deutschen“ Regierung übernehmen. Übernehmen? Nein, das ist längst geschehen, danach wird gehandelt.

Vor einem solchen Hintergrund werden Prophezeiungen schwer, müßten sie doch die gezinkten Karten berücksichtigen, mit denen hier gespielt wird. Im letzten Herbst, nach der Bundestagswahl, hätte Merkel die Finanzen neu ordnen müssen. Wir sollten längst sparen, schlimmer als England, stärker als Griechenland, etwa so, wie es Irland bevorsteht. Statt dessen geben wir Geld, das wir nicht haben, in eine Gemeinschaftskasse, aus der hauptsächlich Verschwender bezahlt werden. Unsere Straßen verkommen unter der DDR-Kanzlerin zu DDR-Schlaglochpisten. In Griechenland sehen die Straßen besser aus, in Spanien und Portugal ebenfalls. Das Geld, das in Deutschlands Kassen fehlt, hat dort die Länder herausgeputzt. Fahren Sie ruhig mal durch Frankreich, dort sind die idiotischen Kreisverkehre keine Gestrüppinseln, sondern herausgeputzte Zierden ihrer Ortschaften.

Der Wahnsinn wird fortgesetzt, seien es 140 Milliarden für die Hypo Real Estate, 150 Milliarden für Griechenland oder jetzt 90 Milliarden für Irland. Die EU stellt 750 Milliarden an Rettungsgeldern bereit – doch dieses Geld kommt einzig und allein aus der deutschen Kasse. Oder glauben Sie, daß Italien das Geld hat, um Spanien zu helfen? Oder Belgien Portugal finanziert? Mit diesen Summen erkaufen sich unsere Regierenden noch ein paar Monate Macht, mit dem Ergebnis, daß der Zusammenbruch am Ende noch totaler sein wird, als wir ihn uns heute vorstellen können.

Der Euro ist eine Totgeburt, sein Scheitern war bereits bei seiner Einführung vorherzusehen. Die Vorgänger-Währung, der ECU, war von Helmut Schmidt im Rahmen des „Europäischen Währungs-Systems“ eingeführt worden. Das EWS war nur eine Währungsschlange, eine Koppelung der Wechselkurse untereinander. Dieses EWS, das den Nationen ihre Währung belassen hatte, zerplatzte unter dem Angriff eines einzigen Spekulanten. Das war vor 30 Jahren, als vor 20 Jahren der Euro konzipiert wurde, konnten wir alle sehen, was die Politiker daraus gelernt hatten: Nichts!

Der Euro hat viel massiver in die Währungsstruktur Europas eingegriffen. Dank des Euros haben sich Griechen und Spanier hoch verschuldet, dank des Euros wurde Irland der „keltische Tiger“, um heute als „keltischer Bettvorleger“ ausgeschlachtet herumzuliegen. Merkel-Deutschland ist das letzte solvente Land der EU, wir bezahlen am Ende alles – das ist Washington die Freiheits-Medaille für Merkel wert.

Der Dollar hängt am ausgestreckten Arm Pekings, wenn die Chinesen den Kopf schütteln, ist die Weltleitwährung Geschichte. Wie das funktioniert? Die Chinesen verkaufen US-Staatsanleihen um jeden Preis, zu 90, 70 oder auch 50 Prozent ihres Nennwerts. Dementsprechend steigt die Rendite auf diese Staatsanleihen, den wer kauft schon bei der US-Regierung Dreiprozenter, wenn es beim Chinesen Achtprozenter gibt? Die US-Regierung muß für neue Kredite höhere Zinsen zahlen und sie muß den Wert ihrer Währung reduzieren, um den Druck der alten Schulden zu verringern. Kurz gesagt: es geht zu Ende.

Das Briten-Pfund ist zu einer Zombie-Währung geworden. Die britische Regierung spart an allen Ecken und Enden, Großbritannien steht vor der Verelendung. Der Euro ist bis zum Zerreißen gespannt. Dollar, Pfund, Euro – in allen drei Währungen monetisieren die Zentralbanken, kaufen mit frischem Geld die Staatsanleihen auf, was auf gut Deutsch heißt, daß überall die Druckmaschinen laufen, mehr und mehr Geld ausspucken. Das war 1923 nicht anders, wir kennen die Folgen. Damals war es noch echtes Papier, heute sind es Bits und Bytes, Zahlen im Computer.

Ich kann Ihnen keinen Termin nennen, an dem der erste Teller fällt, denn es zeichnet einen guten Artisten aus, daß er Schwäche vortäuscht und es dann doch im letzten Augenblick schafft, den Teller oben zu halten. „Noch drei Monate“ oder „nächstes Frühjahr“, oder meinetwegen „im Mai“ sind Angaben, die ich mehr oder weniger gewürfelt habe. Ich habe noch vor zwei Monaten angenommen, daß es schon jetzt soweit sei, aber der Artist war besser.

Ich kann Ihnen nur sagen, wie lange das Spiel mit größter Garantie halten wird: Weihnachten. Dieses Fest interessiert Juden oder Moslems zwar nicht, falls sie sich mal wieder die Köpfe einschlagen wollen, zumindest nicht aus religiösen Gründen. Es interessiert jedoch die Wirtschaft, denn wir wissen, daß die Kassen niemals süßer klingeln als vor Weihnachten. Bis Weihnachten muß alles durchhalten, zu Gunsten der Wirtschaft. Keine Währungsreform, keinen neuen Krieg… Damit wir alle noch ein wenig Krimskrams kaufen und Geld ausgeben.

Über das, was ab dann passiert, kann ich schon mehr sagen.

Der Krieg gegen den Iran ist nicht vom Tisch. Er kann jederzeit ausbrechen, allerdings nicht vor Weihnachten, das wäre schlecht für die Moral der Truppe. Fällig ist dieser Krieg schon seit 2007, für 2010 ist es dafür schon zu spät, ab Januar könnte er kommen. Dieser Krieg würde von der Wirtschaftslage in den USA ablenken, mit dem Iran hätten die USA die ganze Ölregion in der Hand.

Dieser Krieg birgt jedoch ein großes Risiko: Die Russen würden sich bei den Amerikanern zu gerne für die Waffenlieferungen an die Mudschaheddin in Afghanistan bedanken. Rußland und China brauchen nicht zu kämpfen, es genügt, wenn sie über das Kaspische Meer Waffen in den Iran liefern. Die Amis müssen ihren Nachschub 15.000 Kilometer über den Pazifik bringen, durch internationale Gewässer, in denen leicht Anschläge passieren. Die Perser bekommen ihren Nachschub 500 Kilometer über ein Binnenmeer, auf dem keine Terroristen operieren. Aus der Luft können die Amis nicht gewinnen, auf dem Boden werden sie verbluten. Teile der US-Führung wissen das.

Auf der anderen Seite hat der Dollar schwere Probleme. Sobald China den Daumen senkt, ist der Dollar am Ende. Das ist die Pest, die ziemlich sicher tötet. Auf der anderen Seite kann Ben Bernanke den Dollar zu Tode drucken. Das wäre die Cholera, die deutlich mehr Leute überleben. Die Chinesen sind heute der größte Gläubiger der US-Regierung. Dafür haben sie 20 Jahre geschuftet, Spielzeug, Badelatschen und Hemden nach Amerika verkauft. Der zweitgrößte Gläubiger ist die Federal Reserve Bank. Die sind in diese Position per Knopfdruck gekommen. Die Regierung braucht Geld, sie gibt dazu Staatsanleihen aus, welche die FED aufkauft, mit Geld, das sie sich einfach in die Tasche bucht. 300 Milliarden? 500 Milliarden? 1.000 Milliarden? Das geht in Sekunden, und schon bekommt China die lange Nase gezeigt.

Use them or lose them – so hieß es einst über Atomwaffen. Setz sie ein, oder sie werden am Boden zerstört. China hat sich vorbereitet, überall auf der Welt gekauft, was für Dollars zu haben war, Kohle und Ackerland, Rohstoffe und Fabriken. Und die Chinesen halten zurück, was derzeit nur grüne Krätze einbrächte, die bald wertlos wird, zum Beispiel die Metalle der seltenen Erden.

Ob das reicht, wenn die Dollar-Bombe zündet?

Die USA haben immer dann, wenn sie finanziell am Ende waren, einen Krieg angefangen. Vor dem ersten Weltkrieg waren die USA der größte Schuldner, danach der größte Gläubiger der Erde. Vor dem zweiten Weltkrieg steckten die USA in einer tiefen Depression, danach verfügten sie über die größten Goldvorräte, 60% der weltweiten Industriekapazität und einen Trillionenschatz an aus Deutschland „befreiten“ Patenten. Ich halte es für unwahrscheinlich, daß sie den Dollar freiwillig aufgeben werden, wo doch bislang Kriege so hervorragende Erfolge beschert haben. Nach einem solchen Krieg, wenn die Welt sich die Wunden leckt, ist die Zeit für einen neuen Dollar gekommen, um damit die Reste einzusammeln, die der Krieg übrig gelassen hat.

Wenn Europa eher ins Gras beißt, rettet das womöglich die Amerigauner. Merkel soll die höchste zivile Auszeichnung der USA bekommen – wofür wohl? Der Euro ist eine Massenvernichtungswaffe, die Volkswirtschaften zerstört. Mit dem Euro hatten inflationsgeplagte Staaten plötzlich eine stabile Währung, aber noch immer die gleichen Regierungen, die außer Inflation nichts konnten. Schauen Sie sich die Peseta an – eine Hypothekenfinanzierung in Peseten kostete horrende Zinsen, weil sonst der Verfall der Währung die Immobilie bezahlt hätte. Da haben nur wenige Leute gebaut. Mit dem Euro war das anders, da wurden Hypotheken erschwinglich, folglich begann ein phantastischer Bauboom – eine Blase, die inzwischen geplatzt ist.

Hinein in den Euro war einfach, Lire und Franc, Mark und Gulden, Schilling und Drachme – sobald ein Umrechnungskurs festgelegt war, gingen die alten Währungen als Zombies in die neue ein. Das Super-EWS hat die Wechselkurse in Ewigkeit festgeschrieben, also genau das, woran das alte EWS zerbrochen ist. Das EWS war flexibel, besaß mit seinem Wechselkurskorridor gewissermaßen Dehnungsfugen. Der Euro besitzt diese Dehnungsfugen nicht, er ist ein starrer, spröder Block, der unter Druck schließlich in tausend Splitter zerspringt.

Wie geht es aus dem Euro wieder heraus?

Das Zauberwort heißt „Währungsreform“. Wirklich?

Spielen wir ein paar Fälle durch. Lassen wir ein kleines, schwaches Land austreten, Griechenland, Irland oder Portugal. Für 340,75 griechische Drachmen gab es einst einen Euro. Im Rahmen einer Währungsreform gäbe es für 100 alte Drachmen fünf neue, also für einen Euro 17 neue Drachmen. In der Währungsreform von 1948 wurde in den drei Westzonen überschüssiges Geld abgeschöpft, anders als 1923 ging dieser Reform keine Hyperinflation voraus. Würde Griechenland, zu welchem Umstellungskurs auch immer, den Euro verlassen, würde kein überschüssiges Geld abgeschöpft, denn – abgesehen vom Wertverlust des Euro – würden die neuen 17 Drachmen die gleiche Kaufkraft besitzen wie die alten 340. Eine Rasur, eine Plünderung der Sparkonten findet so nicht statt, egal, wie der Umrechnungsfaktor aussieht.

Am Tag nach der Währungsumstellung sieht das ganz anders aus. Wer will schon Griechen-Drachmen? Der Euro notiert schnell auf 19 Drachmen, auf 25 Drachmen, auf 40 Drachmen – der Außenwert der neuen Währung verfällt rapide. Griechenland stürzt ins Chaos, das zu einer echten Währungsreform führt, mit der Totalrasur.

Die Staaten, die nach wie vor den Euro benutzen, spüren eine leichte Aufwertung gegen Drittwährungen, weil ein Risiko weniger im Topf ist. Es bleiben jedoch genug Staaten übrig, die den Euro in den Abgrund reißen können, wenn sie nicht konsequent herausgedrängt werden. Die Dominosteine fallen, einer nach dem anderen. Wer zu schwach ist, fliegt. Unter Umständen bleibt eine Rumpf-Euro-Zone übrig, doch das halte ich für wenig wahrscheinlich.

Betrachten wir eine Alternative: Frankreich tritt aus. Ein Euro wird in 6,55957 Francs zurückgetauscht, schließlich sind die Franzosen stolze Leute, die nur so der Meinung sind, daß der Euro ihnen nicht das Geld aus der Tasche geholt hat. Deutschland hat die ganzen Risikoländer weiterhin an der Backe, der neue Franc wertet deswegen auf. Fünf Franc ein Euro… In Frankreich beginnt das Heulen und Zähneklappern, weil massenhaft Waren über den Rhein kommen, billig dank des verfallenden Euro. Das halten die Franzosen nicht lange durch. Wenig später geht der Franc in die andere Richtung.

Oh, für Merkel-Deutschland ist das kein gutes Szenario, wir bluten weiterhin aus, weil wir für alle zahlen – auch für die Franzosen. Die Euro-Länder hängen direkt am deutschen Tropf, lassen sich weiterhin von der deutschen Wirtschaftskraft aushalten. Wir verdienen weiterhin das Geld für Spaniens Ölrechnung. Und weil Frankreich durch den Ausstieg aus dem Euro unter wirtschaftlichen Turbulenzen leidet, ersetzt Deutschland die ausbleibenden EU-Beiträge Frankreichs.

Was ist, wenn Deutschland aus dem Euro geht? Sagen wir, eine neue Mark für einen Euro, damit die Umrechnung leicht fällt? Wie lange das so bleibt? Einen Tag, dann geht der Euro auf Tauchstation, 90 Pfennig, 85 Pfennig, 75 Pfennig… Die deutsche Wirtschaft wird darunter leiden, der Rest-Euro wird sich nicht halten, denn die Franzosen sind nicht bereit, für Italiener zu bezahlen. Wer etwas auf sich hält, wird den Euro verlassen. Die neue Mark wird nur ein kurzes Leben haben, denn jetzt wird die Inflation zuschlagen – dazu komme ich gleich.

Wenden wir uns dem vernünftigsten Szenario zu: Alle Staaten treten gleichzeitig aus dem Euro aus. Ab dann ist jeder selbständig, die neue Drachme wertet ab, aber nicht so stark, weil das neue Irische Pfund, der neue Escudo, die neue Lira ebenfalls abwerten. Der neue Franc gewinnt, aber nicht so stark wie die neue Mark.

Die Umstellung erfolgt 1:1, das heißt, es findet wieder keine Rasur statt. Warum? Weil Deutschland eine andere Währungsreform braucht als Belgien, Belgien sich anders entschulden muß als Portugal, die Portugiesen andere Bedingungen brauchen als die Griechen. Wenn ein Deutscher ein anonymes Euro-Konto in Österreich führt, auf welche Währung soll er zu welchen Bedingungen umgestellt werden? Neue Mark, neue Schilling oder doch besser Schweizer Franken? Bei 1:1 ist das kein Problem, das Konto wird in Schilling umgerechnet und das war es dann. Was wenig später mit dem Schilling passiert, fällt unter das gewöhnliche Anlegerrisiko.

Der Euro wird am Tag X zu einem neuen EWS werden, mit festen Wechselkursen, mit einer 1:1 Umstellung, bei der niemand auch nur einen Cent Kaufkraft verliert. Wir wachen auf in der wunderbaren Welt von 1980, als hätte es Genscher, Kohl und Waigel nie gegeben, als sei das Versailles ohne Krieg nie passiert. Dann öffnen die Börsen und schon eine Sekunde später gibt es dieses EWS nicht mehr. Die Kurse geraten im Unordnung, die Kurven sehen aus wie Erdbebenaufzeichnungen. Die Märkte ordnen sich neu, und wir, wir haben die D-Mark wieder!

Sie werden nach dem Tag X noch einmal günstige Kaufkurse bei Gold und Silber sehen! Diese Metalle werden in Dollar notiert, und der Dollar wird gegen die Mark abwerten. An der Börse wird zum Einstieg nicht geklingelt, heißt es, doch in diesen Tagen läuten alle Glocken. Um es in einem Bild auszudrücken: Der Konvoi ist in starrer Formation mitten ins Mienenfeld gefahren, jetzt rauschen alle Schiffe auseinander, während die Spekulanten noch Torpedos in den aufgescheuchten Hühnerhaufen schießen. Begeben Sie sich schnellstens in die Rettungsboote, wenn die anderen Passagiere noch die große Unabhängigkeits-Party feiern.

Es gibt keinen Grund zur Freude! Ja, wir haben die Mark wieder, aber wir haben auch den Vertrag von Lissabon. Deutschland wird bezahlen, ob in Euro oder in neuen Mark, wir finanzieren Europa weiterhin! Wir finanzieren die EUdSSR sogar dann noch, wenn in Deutschland bereits gehungert wird! Unsere Staatsschulden schleppen wir weiterhin mit, die unfähige Regierung wurde nicht gestürzt, Merkel tut noch immer alles, um die US-Auszeichnung zu rechtfertigen

Die Rasur, die wirkliche Währungsreform, wird schließlich doch kommen. Die Staatsschulden sind zu hoch, die Banken sind in eine gefährliche Schieflage geraten, es gibt zu viel Geld auf Spar- und Versicherungskonten. Wenn die Regierung stark und entschlossen handelt, werden wir ein neues 1948 erleben, eine moderate Währungsreform. Handelt die Regierung merkelhaft und damit unfähig, erleben wir ein neues 1923, eine Hyperinflation. Gegen beides schützen Gold und Silber, die Sie hoffentlich bei der letzten Gelegenheit gekauft haben.

Glauben Sie bitte nicht, daß es in Deutschland ruhig bleiben wird. Wenn der Staat nichts mehr hat, was er verteilen kann, werden zuerst die „Zuwanderer“ rabiat, die sich bisher so komfortabel in jenem sozialen Netz eingerichtet haben, in das sie zugewandert sind. Doch auch die Deutschen werden dann nicht mehr ruhig bleiben. Werfen Sie einen Blick nach Stuttgart – dort geht es nur um einen Bahnhof. Was passiert wohl, wenn den Rentnern die Ersparnisse abgenommen werden?

Der Staat wird sein grimmiges Gesicht zeigen, denn der Staat ist der größte Betrüger von allen. Wir haben schließlich keinen immerwährenden Anspruch auf Demokratie und Marktwirtschaft, hat unser aller Merkel schon auf dem CDU-Parteitag von 2005 verkündet. Wir haben schon gar keinen Anspruch auf Recht oder Freiheit, sonst würden wir uns das nicht ständig in der Nationalhymne wünschen müssen.

Ich hoffe, Sie haben für drei Monate Vorräte im Haus, damit Sie sich ernähren können, wenn die Versorgung zusammenbricht. Es nützt nichts, wenn Sie hier beifällig nicken – handeln Sie danach! Waffen und Munition zum Selbstschutz empfehle ich Ihnen nicht, denn das wäre ja eine Aufforderung zu illegalen Handlungen. Als Sportschütze sollten Sie sich jedoch eindecken, niemand weiß, wie schnell die Preise steigen.

Ich möchte mit dem Tellerjongleur schließen. Seine Vorführung empfinden wir als spannend, weil er immer wieder im letzten Augenblick einen Teller rettet. Die Teller bleiben oben, sehr lange – und dann fallen sie, einer nach dem anderen, unerbittlich, in sehr kurzer Zeit. Am Ende bleibt ein Scherbenhaufen.

Wenn Sie also die Teller wackeln sehen, schauen Sie nicht staunend zu, wie sie wieder stabilisiert werden, sondern denken Sie darüber nach, welche Konsequenzen es für Sie hätte, wenn der Teller herunterfällt. Am 24. Dezember können Sie die Weihnachtspredigt des Bundesgrüßaugusts ruhig verschlafen, der Mann ist viel zu unwichtig, um große Dinge anzukündigen. Die Neujahrsansprache der Kanzlerin könnte dagegen interessant werden. Ich kann Ihnen nicht versprechen, daß wir das neue Jahr mit einer neuen Währung beginnen werden, auch wenn das ein guter Termin wäre: 31. Dezember ist halber Feiertag, 1. Januar Samstag und Feiertag, 2. Januar Sonntag. Die Börsen eröffnen am Montag, dem 3. Januar.

Ach so, ja. Stocken Sie in den nächsten Wochen Ihren Vorrat an haltbaren Lebensmitteln auf. Neben dem Weihnachtsbraten sollten ein paar Konserven im Einkaufswagen liegen. Gönnen Sie dem Einzelhandel dieses zusätzliche Geschäft, und gönnen Sie sich etwas, was den Euro überlebt. Gold und Silber gehören auch dazu.

Ich will Ihnen nicht androhen, daß am 1. Januar die neue D-Mark kommen wird. Ich möchte jedoch eines von Ihnen: Handeln Sie, bereiten Sie sich vor, als hätten Sie für diesen Stichtag schon Brief und Siegel der Bundesregierung und deren Kanzlerin. Tun Sie so, als wüßten Sie, wofür Merkel die höchste zivile Auszeichnung der Hauptsiegermacht erhält. Ihre Weihnachtseinkäufe stehen an – nehmen Sie ruhig ein wenig mehr mit als üblich. Wir werden 2011 mindestens eine Währungsreform sehen – jene Reform, die nach der Währungsumstellung kommen wird, um die Staatsschulden zu reduzieren.

Sie haben doch nicht erwartet, daß Kassandra bessere Zeiten ankündigt?

© Michael Winkler
Liebe Politiker, ich sehe es mit persönlicher Genugtuung, wenn Sie sich immer wieder an meinen Kolumnen bedienen. Aber wie Sie inzwischen einsehen mußten, helfen Ihnen geklaute Ideen nicht weiter. Beachten Sie bitte in Zukunft das Copyright – oder, noch besser, sichern Sie sich das Expertenwissen des Autors.

Quelle: http://www.michaelwinkler.de/Pranger/Pranger.html