readers-edition: Mit QE wird die von Ben Bernanke eingeführte Politik des quantitative easing bezeichnet. Direkt nach den Midterm Elections soll diese Politik erneut massiv ausgeweitet werden.[1] Da die US-Konjunktur weiterhin auf der Kippe steht, will man durch massive Liquiditätsschöpfung der US-Wirtschaft einen Konjunkturschub versetzen. Allerdings ist kaum nachvollziehbar, wie dies funktionieren soll. Schließlich haben einige US-Konzerne bereits eine Billion US-Dollar gehortet und die großen Banken verwenden weiterhin das Geld bisher vorwiegend für weiterhin hochriskante Spekulationsgeschäfte und der Rest der Wirtschaft geht leer aus. Den Eigenheimbesitzern geht aufgrund drastisch gestiegener Hypothekenzinsen die Luft aus, den Kreditkartenbesitzern ebenso und knapp zehn Prozent der Bevölkerung ist sowieso arbeitslos.

Droht eine weltweite Dollarkrise?

Sollte wie derzeit erwartet Bernanke am 3. November mit einer Politik der massiven Geldmengenausweitung unter dem Rubrum QE erneut zuschlagen, die Spekulationen reichen von 500 Mrd. US-Dollar bis zu zwei Billionen, dann dürfte dies zu allererst die Inflation weiter beschleunigen. Statt Deflation droht Inflation. Wie schon John Maynard Keynes einmal sagte:

„Man kann die Pferde zwar zur Tränke führen, aber saufen müssen sie schon selber.“

Des Weiteren könnten die ausländischen Anleger insbesondere diejenigen aus dem Ausland zunehmend aus Sorge vor einem raschen und deutlichen Kursverfall des US-Dollars versuchen ihre Anlagen in andere Währungsräume zu verschieben. Damit würden zwar die USA auf dem G20-Treffen den anderen Ländern einen gehörigen Schrecken einjagen und sie zu Zugeständnissen hinsichtlich einer Aufwertung ihrer Währungen eher bereitwillig machen, aber die Frage bleibt völlig offen, ob ein solcher Schritt sich unter Kontrolle halten lässt, wenn die Marktteilnehmer weltweit eine Vertrauenskrise in die immer noch führende Weltreservewährung durchmachen. Eine schon lange befürchtete Dollarkrise könnte der Ausgangspunkt für einen weltweiten Währungskrieg liefern. Denn, ob sich die anderen Länder einfach vor der Dollarflut ergeben und gleichfalls mit einem Liquiditätsschub mitziehen, bleibt abzuwarten. Bernanke zockt jedenfalls mit der Weltwirtschaft und dem US-Dollar. Falls er verliert, dann dürfte die globale Finanzkrise 2.0 nicht aufzuhalten sein.

[1] Die Dollar-Illusion, in: Handelblatt vom 29./30.Oktober 2010, S. 1 und 7/8.

Quelle: http://www.readers-edition.de/2010/11/01/qe-startschuss-zum-waehrungskrieg/