Kopp Verlag: Es käme in diesen Tagen nahezu einem journalistischen Suizid gleich, über aktuelle Reden deutscher Politiker in den Parlamenten zu berichten. Selbst Reden der Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) finden im Internet kaum noch Beachtung. Völlig anders verhält es sich bei wenigen »Politikperlen« aus dem Ausland, welche wiederum von den deutschen Mainstream-Medien in Gänze gemieden werden. Die Deutschen interessieren sich nur noch zu einem Bruchteil für ihre Politik, ihre Politiker und somit für ihre Demokratie. Dieser Wandel ist sehr bedauerlich, aber die bittere Realität. Sehr gut nachvollziehen lässt sich dieser Umstand auch im Internet. So zum Beispiel haben beim weltgrößten Videoportal YouTube Politiker die Möglichkeit, ihre Reden zu präsentieren. Mit wenigen Mausklicks ist ein Video auf diesem Portal hochgeladen. Dumm nur, dass bei allen Videos die Besucherzahlen festgehalten werden und für jedermann gut sichtbar sind.

Beim Videoportal der derzeit regierenden Volkspartei CDU ist es also ein Leichtes nachzuvollziehen, dass das Auftaktstatement der CDU-Vorsitzenden, Bundeskanzlerin Angela Merkel, zu Beginn der Klausurtagung des Präsidiums der CDU Deutschlands in Diedersdorf bei Berlin, welches am 12. September 2010 bei YouTube hochgeladen wurde, sich der unglaublichen Beliebtheit von gerade einmal 1.600 Zuschauern bis heute erfreut.

Zum Vergleich dazu existiert seit wenigen Tagen bei Youtube eine Rede des Euroskeptikers Nigel Farage der gemäßigt rechten Fraktion Europa für Freiheit und Demokratie im EU-Parlament, die am 20. Oktober 2010 im Rahmen einer aktuellen Aussprache gehalten wurde und in kürzester Zeit schon 5.000 Zuschauer zählt.

In den deutschen Qualitätsmedien werden die Leser so gut wie keine Berichterstattung über derartige Politiker und deren Verlautbarungen vorfinden. Die hohe Quote an Zuschauern zu diesen Reden kommt mittlerweile über Berichterstattungen in Internetblogs, große Mailverteiler sowie soziale Internetnetzwerke zustande.

Quelle:
http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/deutschland/torben-grombery/die-beliebtheit-politischer-reden.html